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Lernen im Sozialraum: Studierende erkunden inklusive Wohnformen

Wie wohnen Menschen mit Behinderungen – und welche Rolle spielt dabei das soziale Umfeld? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Studierende im Rahmen eines praxisorientierten Seminars, das Theorie und konkrete Einblicke in unterschiedlichen Wohnformen miteinander verband.

Im Rahmen des Forschungsprojekts Sozialraum – Teilhabe – Wohnen (SoTeWo): Vergleichende Pilotstudie zu Selbstbestimmung und Teilhabe im Betreuten Wohnen Plus und im Gemeindeintegrierten Wohnen von Prof. Dr. Frank Francesco Birk und Prof.in Dr.in Sandra Mirbek besuchten 28 Studierende zwei Wohneinrichtungen der Stiftung Liebenau: das Gemeindeintegrierte Wohnen in Trossingen sowie das Betreute Wohnen Plus (BWplus) in Villingen-Schwenningen. Ziel des Seminars war es, unterschiedliche Wohn- und Unterstützungsarrangements für Menschen mit Behinderungen kennenzulernen und deren Bedeutung für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe zu untersuchen.

Praxisbesuche und Begegnungen mit den Bewohner*innen

Nach einer theoretischen und methodischen Vorbereitung besuchten die beiden Professor*innen mit jeweils 14 Studierenden die Einrichtungen. Nach einer Führung durch die Wohnanlagen durch die sozialarbeiterischen Leitungskräfte Daniela Amato in Trossingen bzw. Nicole Pollinger in Villingen kamen die Studierenden schnell und unkompliziert mit den Bewohner*innen in Kontakt. Mögliche Berührungsängste wurden rasch abgebaut, sodass offene Gespräche und gemeinsame Erkundungen entstehen konnten. Für die Bewohner*innen bedeutete der Besuch der Studierenden eine willkommene Abwechslung, viel Aufmerksamkeit und spürbare Freude am gemeinsamen Austausch.

Verknüpfung von Theorie und Praxis im Seminar

Gemeinsam wurden die Wohnumfelder sowie das sozialräumliche Umfeld mithilfe praxisnaher Methoden der Sozialraumerkundung – etwa subjektiver Landkarten, der Nadelmethode, Sozialraumbegehungen, Fotodokumentationen und aktivierender Befragungen – erkundet. Zudem wurde reflektiert, wie räumliche, soziale und institutionelle Strukturen die Lebensqualität und Teilhabe beeinflussen. Theoretische Grundlagen zu Inklusion sowie zur Lebenswelt- und Sozialraumorientierung wurden dabei eng mit den praktischen Erkundungen und der Anwendung der Methoden verknüpft. Das Seminar bot somit die Möglichkeit, ein vertieftes Verständnis von Wohnen als sozialem Raum zu entwickeln und Handlungsperspektiven für die Gestaltung inklusiver Lebenswelten zu erarbeiten.

Durch die enge Verbindung von theoretischen Grundlagen zu Inklusion, Lebenswelt- und Sozialraumorientierung mit praktischen Erfahrungen erhielten die Teilnehmenden wertvolle Einblicke in Wohnen als sozialen Raum und lernten mögliche Barrieren sowie Ansätze zur Gestaltung inklusiver Sozialräume kennen. Im Rahmen des Forschungsprojekts werden die beiden Wohnformen weiter untersucht, um vergleichend zu analysieren, wie unterschiedliche Wohn- und Unterstützungsarrangements Selbstbestimmung, Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen im sozialräumlichen Kontext beeinflussen.

Studierende, Bewohner*innen, Einrichtungsleitung Nicole Pollinger und Prof. Dr. Frank Francesco Birk bei der Einrichtung in Villingen. Foto: DHBW VS
"Hochschulkommunikation DHBW Villingen-Schwenningen"

Hochschulkommunikation DHBW Villingen-Schwenningen