Nachhaltigkeit

Klimaschutz an der DHBW Villingen-Schwenningen

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Beteiligungs-Workshop: DHBW VS auf dem Weg zur klimaneutralen Hochschule

Rege Diskussion und Ideentausch beim Beteiligungs-Workshop: Prof. Dr. Wolfgang Habla, Nachhaltigkeitsbeauftragter der Fakultät Wirtschaft, leitet das Gespräch zum Thema Mobilität. Foto: DHBW VS



Hoher Stellenwert an der DHBW VS

Beim öffentlichen Beteiligungsworkshop der DHBW Villingen-Schwenningen wurde deutlich, welchen hohen Stellenwert der Klimaschutz an der Hochschule hat. Im Zentrum stand die Frage, wie die DHBW ihre Treibhausgas-Emissionen senken und in den kommenden Jahren klimaneutral gestalten kann. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich aktiv einzubringen, Ideen zu entwickeln und sich im regen Austausch zu engagieren. Moderiert wurde der Workshop von Frank Leichsenring, Klimaschutzmanager für den Cluster Süd der DHBW, gemeinsam mit Jörg Pahlenberg, Gesamtprojektleiter des Energie- und Klimaschutzkonzepts an der DHBW.

Unter den Teilnehmenden waren auch die Nachhaltigkeitsbeauftragten der DHBW VS, Prof. Dr. Wolfgang Habla und Prof.in Dr.in Barbara Schramkowski, die Innovations- und Forschungsmanagerin Johanna Rolf, Petra Neubauer, Klimaschutzmanagerin der Stadt Villingen-Schwenningen, sowie Dr. Sandy-Cheril Manton, Klimaschutzmanagerin des Landesnetzwerks im Bauamtsbezirk Konstanz. Ihr Fachwissen und ihre Perspektiven bereicherten den Austausch maßgeblich.

Klimaschutz ist kein abstraktes Ziel

„Das Erscheinen so vieler Teilnehmer*innen zeigt, dass Klimaschutz kein abstraktes Ziel ist, sondern die Menschen hier vor Ort bewegt“, erklärte Prof. Dr. Steffen Arnold, Dekan der Fakultät Sozialwesen und Prorektor für Nachhaltigkeit. Als Hochschule trage man eine entsprechende Verantwortung – nicht zuletzt auch angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels. Deshalb engagiert sich die DHBW gezielt dafür, den eigenen CO₂-Fußabdruck zu verringern und gleichzeitig als Vorbild zu wirken. „Klimaschutz kann nur gelingen, wenn wir gemeinsam gestalten“, so Arnold weiter.

Frank Leichsenring präsentierte die vorläufigen Ergebnisse der CO₂-Bilanz für das Jahr 2024, die auf dem Greenhouse Gas Protocol, dem international führenden Standard zur Messung und Berichterstattung von Treibhausgasen, basieren. Um den Austausch anzustoßen wurden den einzelnen Ergebnischarts jeweils eine Mentimeter-Frage vorangestellt, die individuell beantwortet und präsentiert wurde. Die Auflösung vermittels der Treibhausgas(THG)-Zahlen hielt dann doch die ein- oder andere Überraschung bereit; etwa wenn der hoch erwartete Anteil der Mobilität an den gesamten THG-Emissionen der DHBW VS dann 81 Prozent ausmachte.

Zentrale Bereiche im Fokus

Im zweiten Teil des Workshops gliederten sich die Teilnehmer*innen in drei Arbeitsgruppen, die sich jeweils mit einem der zentralen Themenbereiche der CO₂-Bilanz beschäftigten: Energie und Gebäude, Mobilität und Beschaffung. In den Austauschrunden wurden zahlreiche konkrete Ideen entwickelt: So diskutierten die Gruppen das Anbringen von Thermostaten zur effizienteren Heizungssteuerung, die Ausstattung aller DHBW-Gebäude mit Photovoltaik-Modulen, nachhaltige Lösungen für ausgemusterte Möbel und technische Geräte sowie Möglichkeiten, durch digitale Unterrichtsangebote einmal pro Woche CO₂ einzusparen. Neben diesen Beispielen wurden noch viele weitere Themen gesammelt und abschließend nach persönlicher Wichtigkeit priorisiert.

Die Teilnehmenden lieferten damit wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung eines nachhaltigen Energie- und Klimakonzepts. Diese Maßnahmenliste fließt, neben anderen Listen von Maßnahmenvorschlägen (bspw. aus dem Gebäudemanagement) in den Maßnahmenkatalog ein, der auf Grundlage des Energie- und Klimaschutzkonzeptes (EuKK) in den nächsten Jahren umgesetzt werden soll.

Die rege Teilnahme ist ein klarer Beweis dafür, dass die DHBW Villingen-Schwenningen Klimaschutz ernst nimmt und aktiv gestaltet möchte.

Erfolgreiche Mobilitätserhebung: Über 8.000 Rückmeldungen liefern wertvolle Grundlage für Klimaschutzmaßnahmen

Für die engagierte Teilnahme an unserer Mobilitätserhebung bedanken wir uns herzlich. Mit über 8.000 Rückmeldungen wurde ein beeindruckendes Zeichen der Verbundenheit mit unserer Hochschule gesetzt. Dieses Ergebnis zeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung für unsere Zukunft übernehmen.

Die Erhebung des Pendelverhaltens war notwendig, da hierzu bislang keine belastbaren Daten vorlagen – obwohl gerade dieser Bereich erfahrungsgemäß einen erheblichen Anteil an der THG-Bilanz einer Hochschule ausmacht. Dank Ihrer Mitwirkung konnten wir diese wichtige Datengrundlage nun erschließen. Um Fortschritte künftig transparent nachvollziehen zu können, werden wir die Erhebung regelmäßig wiederholen.

Hohe Quote an Teilnehmenden

Die Umfrage wurde an allen Studienakademien durchgeführt – mit Ausnahme von Villingen-Schwenningen, wo bereits im Frühjahr eine vergleichbare Erhebung stattgefunden hat, deren Ergebnisse direkt einfließen. Die Beteiligungsquoten variieren erwartungsgemäß zwischen den Standorten, Fakultäten und Statusgruppen. Besonders erfreulich ist die hohe Teilnahme der Mitarbeitenden (45,4 %) und Professor*innen (37,9 %). Auch die Studierenden haben sich eingebracht und eine Rücklaufquote von 14,2 % erzielt.

Die Auswertung der umfangreichen Daten wird nun einige Zeit in Anspruch nehmen. Im ersten Schritt werden wir auf Grundlage Ihrer Angaben die jeweiligen THG-Bilanzen – also den errechneten CO₂-Ausstoß – erstellen und in die bis Jahresende abzuschließenden Gesamtreportings integrieren. Anschließend werten wir die qualitativen Rückmeldungen aus, insbesondere zu gewünschten Mobilitätsmaßnahmen wie Fahrrad- und Elektromobilitätsangeboten. Diese Ergebnisse werden wir Ihnen im Januar ausführlicher vorstellen.

Bereits jetzt lässt sich erkennen, wie unterschiedlich das Mobilitätsverhalten je nach Standort ausfällt. Standorte im ländlichen Raum sind stärker auf motorisierte Verkehrsmittel angewiesen. Doch auch dort gibt es wirkungsvolle Hebel – etwa durch Fahrgemeinschaften über PENDLA –, um den CO₂-Ausstoß gemeinsam spürbar zu reduzieren.

Weiterentwicklung des Konzeptes

Ihre Rückmeldungen bieten uns nun ein reichhaltiges Fundament, um fundierte Entscheidungen für die Weiterentwicklung unseres Energie- und Klimaschutzkonzeptes zu treffen. Sie ermöglichen es uns, nachhaltige Mobilitätsangebote gezielt zu planen, zu erweitern und passgenau auf die Bedürfnisse der Hochschulgemeinschaft auszurichten. Die weitere Beteiligung der Mitglieder der DHBW für das Energie- und Klimaschutzkonzept ist im kommenden Frühjahr geplant. Gemeinsam gestalten wir eine klimabewusste und zukunftsfähige Hochschule. ​​

 

DHBW will bis 2030 netto-treibhausgasneutral werden

Das Ziel des Energie- und Klimaschutzkonzepts ist die Duale Hochschule Baden-Württemberg bis 2030 netto-treibhausgasneutral zu gestalten. Die Rechtsgrundlage für dieses Ziel bildet das am 31.07.2013 in Kraft getretene und mit Wirkung zum 06.10.2021 novellierte „Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg (KSG BW). Im Sinne des KSG BW §7 zählen auch die Hochschulen des Landes zu den Organen der öffentlichen Hand.

Im Hinblick auf die Klimaneutralität hat die Duale Hochschule Baden-Württemberg die Verpflichtung realisier- und messbare Ziele sowie verbindliche Maßnahmen zur CO2-Reduktion, insbesondere in den Bereichen Strom, Wärme, und Verkehr, zu entwickeln.
Die Duale Hochschule Baden-Württemberg ist deshalb bestrebt, sich in allen Bereichen kontinuierlich zu verbessern.

Zu diesem Zweck wurde von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg die finanzielle Förderung des Erstvorhabens „Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzepts durch ein Klimaschutzmanagement“ für den Zeitraum April 2025 bis März 2027 beantragt und in drei regionalen Cluster Klimaschutzmanagende mit dem Ziel der Erstellung eines Energie- und Klimaschutzkonzept eingestellt. Ein Energie- und Klimaschutzkonzept dient als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für zukünftige Klimaschutzaktivitäten. Bestandteile des Energie- und Klimaschutzkonzepts sind:

  • Ist-Analyse sowie Energie- und Treibhausgas-Bilanz
  • Potenzialanalyse und Szenarien
  • Treibhausgas-Minderungsziele, Strategien und priorisierte Handlungsfelder
  • Akteursbeteiligung
  • Maßnahmenkatalog
  • Verstetigungsstrategie
  • Controlling-Konzept
  • Kommunikationsstrategie
  • Begleitende Öffentlichkeitsarbeit

Das auszuarbeitende Konzept soll auf einer umfassenden Datenbasis beruhen und den Status quo exakt beschreiben. Zentral ist die Akteursbeteiligung in der alle relevanten Akteure und Akteurinnen der Hochschule, inklusive der Studierenden beteiligt werden, um das Klimaschutzkonzept fest in der Hochschule zu verankern sowie lokales Wissen und spezifische Bedarfe zu berücksichtigen. Das Projekt umfasst somit sämtliche Standorte.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Nationale Klimaschutz Initiative

aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.