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Transkulturelle Traumapädagogik: Kontaktstudium startet im April an der DHBW Villingen-Schwenningen

Das Institut für Transkulturelle Gesundheitsforschung (ITG) bietet gemeinsam mit dem Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg die wissenschaftliche Weiterbildung »Transkulturelle Traumapädagogik« an. Das Angebot richtet sich an Hochschulabsolvent*innen und Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung in einem psychosozialen oder medizinischen Beruf sowie Lehrer*innen.

„Mehrkulturalität zeigt sich auch in der medizinisch-therapeutischen bzw. psychosozialen Versorgung und Begleitung betroffener Personen als Alltagswirklichkeit“, sagt Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Leiter des ITG und wissenschaftlicher Leiter des Weiterbildungsangebots. „Verschiedene Lebenswelten und Krankheitskonzepte sowie die daran geknüpften Erwartungen an das Versorgungssystem und die Versorgung an sich wiederspiegeln zunehmend die Bedeutung eines transkulturellen Verständnisses für eine gelingende Arbeitsweise. Transkulturelle Traumapädagogik kann in der nicht-therapeutischen Arbeit mit traumabelasteten Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern einen wesentlichen Beitrag leisten. Wichtig ist, dass die Fachkräfte entsprechend geschult werden.“

Das Angebot ist modular aufgebaut und dreigegliedert. Im Modul »Traumapädagogik und Psychotraumatologie« lernen die Teilnehmenden die Grundlagen dieser kennen. Zudem werden Handlungs- und Kompetenzbereiche der Traumapädagogik aufgezeigt und diskutiert. Das Modul »Traumapädagogik nach Flucht und Migration« vermittelt unter anderem Kompetenzen in den Bereichen traumarelevante Migrations- und Fluchtursachen, Verläufe und Auswirkungen von Migration und Akkulturation sowie transkulturelle Aspekte der Traumapädagogik (u.a. kulturelle Vorstellungen und Konzepte von Krankheit und Gesundheit, kulturspezifische Aspekte der Anamnese, Diagnostik und Intervention, transkulturelle traumapädagogische Methoden und Techniken). Auch rechtliche und ethische Grundlagen werden vorgestellt. Mit dem Modul »transkulturelle traumapädagogische Fallarbeit« gehen die Teilnehmenden in medias res: das Modul umfasst die Traumapädagogik mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrations- oder Fluchterfahrung, stellt unter anderem die Traumatisierungen in den Lebens- und Entwicklungsphasen vor, zeigt verschiedene interdisziplinäre Interventionsansätze der Traumapädagogik und bietet Raum für die Arbeit an konkreten Fällen.

„Mit diesem wissenschaftlichen Weiterbildungsangebot möchten wir Fachkräfte in der transkulturellen Traumapädagogik schulen“, so Diplom-Pädagogin Claudia Klett, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am ITG. „Ziel des Angebots ist es, den Teilnehmenden sowohl Kenntnisse theoretischer Grundlagen als auch konkrete Handlungskonzepte der Traumapädagogik zu vermitteln, ein Verständnis für kulturell geprägte Krankheits- und Heilungskonzepte in Bezug auf Traumafolgestörungen zu schaffen und den Teilnehmenden Hilfestellungen zu bieten, eigene Umsetzungs- und Anwendungsmöglichkeiten zur kultursensitiven und traumasensiblen Begleitung zu entwickeln.“

Der Arbeitsumfang von 450 Unterrichtseinheiten verteilt sich auf sechs zweitägige und eine dreitägige Präsenzveranstaltung (insgesamt 120 Unterrichtseinheiten), auf Selbststudium, kollegiale Fallberatung sowie drei selbst zu organisierende Supervisionen.

Nach Abschluss aller drei Modul-Prüfungen erhalten die Teilnehmenden ein qualifiziertes Hochschulzertifikat »Certificate of Advanced Studies« über 15 ECTS-Punkte. Die Teilnahme an den Prüfungen ist optional.

Alle Informationen finden Sie auf der Website der DHBW Villingen-Schwenningen oder im Flyer unter: https://www.wissenschaftliche-weiterbildung.dhbw.de/fileadmin/user_upload/CAS-WWB/Flyer/WWB_Folder_Transkulturelle-Traumapaedagogik_Web.pdf

Bei Fragen zu diesem Weiterbildungsangebot wenden Sie sich bitte an:
Claudia Klett
Wissenschaftliche Mitarbeiterin ITG
Tel.: +49 (0) 77203906 – 233
Mail: klett@dhbw-vs.de

"Annika Honacker"

Annika Honacker