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Mit 60 noch einmal neu starten: Gabriele Braun studiert Soziale Arbeit an der DHBW Villingen-Schwenningen

Einen Großteil ihres Berufslebens arbeitete Gabriele Braun aus Meßstetten als Bankkauffrau. Nach der Mittleren Reife hielten ihre Eltern diesen Weg für vernünftig – also schlug sie ihn ein. „Ich habe nie für diesen Beruf gebrannt. Er war nicht das, was mich wirklich erfüllt“, sagt die 61-Jährige. Heute sitzt sie in den Vorlesungen der DHBW Villingen-Schwenningen neben Kommilitoninnen und Kommilitonen, die gerade erst ihr Abitur gemacht haben. Seit Oktober 2024 studiert sie Soziale Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien – und hat damit einen mutigen Neuanfang gewagt.

Nach ihrer Zeit bei der Bank wechselte Braun ins Sekretariat einer Brennpunkt-Schule. „Ich habe dort viele unterschiedliche Charaktere kennengelernt – das war sehr bereichernd“, erzählt sie. Anschließend war sie in der Verwaltung eines Rathauses tätig. Parallel dazu ließ sich ihr Partner zum systemischen Coach ausbilden. Braun bekam vieles davon mit, entwickelte Interesse – und absolvierte schließlich selbst die Ausbildung. „Ich habe dann immer wieder versucht, im sozialen Bereich Fuß zu fassen. Aber mir war klar, dass mir dafür das fachliche Wissen fehlt“, sagt sie rückblickend.

Start in einen neuen Abschnitt

Den entscheidenden Impuls brachte eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst in der Wohnungslosenhilfe. Während dieser Zeit bietet ihre Vorgesetzte Gabriele Braun ein Duales Studium über die DHBW Villingen-Schwenningen an. Sie holte die Fachhochschulreife nach – und startete anschließend in ihr Studium.

Mit 60 Jahren noch einmal ganz neu anzufangen, erforderte Mut. „Wenn man für etwas brennt, dann geht es“, sagt Braun lachend. Auch die Zusammenarbeit mit den deutlich jüngeren Kommilitoninnen und Kommilitonen erlebt sie durchweg positiv: „Natürlich hatte ich anfangs Bedenken. Aber ich werde voll akzeptiert und fühle mich nicht außen vor.“ Ihre eigenen Kinder sind stolz auf den Schritt ihrer Mutter.

Duales Studium bietet die passende Struktur

Besonders schätzt Braun die Struktur des Dualen Studiums: „Der regelmäßige Wechsel zwischen Theorie und Praxis ist ein großer Vorteil. Das Studium ist dadurch sehr praxisnah – und deutlich greifbarer als ein rein theoretisches Hochschulstudium.“ Bereits in den ersten Praxisphasen konnte sie leichtere Fälle eigenständig betreuen, stets mit fachlicher Begleitung im Hintergrund. Ein weiterer Pluspunkt: Studierende an der DHBW erhalten während des gesamten Studiums eine Vergütung durch ihren Praxispartner. „Das gibt zusätzliche Sicherheit – gerade, wenn man wie ich noch einmal neu startet“, so Braun. Nach ihrem Abschluss wird sie direkt mit wertvoller Praxiserfahrung in ihr neues Berufsfeld einsteigen.

Auch aus Sicht der Hochschule ist Brauns Weg ein Beispiel dafür, wie vielfältig die Studierendenschaft an der DHBW sein kann. „Das Duale Studium steht Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen offen. Studierende wie Gabriele Braun bringen wertvolle Lebenserfahrung mit und bereichern damit auch den Austausch in den Kursen“, sagt Rektor Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling von der DHBW Villingen-Schwenningen. „Solche Bildungsbiografien zeigen, dass Lernen und berufliche Neuorientierung keine Frage des Alters sind.“

Menschen, die mit dem Gedanken spielen, sich beruflich noch einmal zu verändern, gibt Gabriele Braun einen klaren Rat: „Auf das eigene Bauchgefühl hören. Und den Kontakt zu Menschen suchen, die diesen Schritt bereits gegangen sind.“

Gabriele Braun studiert mit 61 Jahren an der DHBW Villingen-Schwenningen. Hier hat sie die passende Struktur für einen beruflichen Neu-Anfang gefunden.
"Hochschulkommunikation DHBW Villingen-Schwenningen"

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