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Internationaler Frauentag 2021

»Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world«

Heute, am 8. März, feiern wir den Internationalen Frauentag – ein wichtiger Tag für die Gleichberechtigung der Frauen. In vielen Länder der Welt ist er gesetzlicher Feiertag, wie auch in Berlin seit 2019. Aber wie ist dieser Tag geschichtlich einzuordnen? Hier ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit.

Seine Wurzeln liegen um die Jahrhundertwende um 1900 und fallen in eine Zeit, in der Frauen weder wählen, noch einer politischen Partei oder Gewerkschaft beitreten durften. Der Zugang zu einfachen Bildung – ganz abgesehen von Hochschulen, war erschwert und blieb den meisten Frauen verwehrt. In dieser Zeit kämpften mutige Frauen für ihr Wahlrecht als Frau, für Emanzipation und Gleichberechtigung.

Die Einführung eines internationalen Frauentages wurde auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen von der deutschen Frauenrechtlerin und Sozialistin Clara Zetkin vorgeschlagen und von den Teilnehmerinnen beschlossen. Der erste Frauentag wurde dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Das Datum wurde nicht zufällig gewählt, sondern knüpfte an den Gedenktag für die Gefallenen während der Märzrevolution 1848 und den Beginn der Pariser Kommune 1871 am 18. März an.

Mit der Einführung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik im Jahr 1918 musste der Internationale Frauentag neu ausgerichtet werden. Durch die Spaltung der Sozialistinnen in SPD und KPD gab es statt eines Internationalen Frauentages nun zwei: einen kommunistischen am 8. März und ab 1926 einen sozialdemokratischen ohne festes Datum.

Zwischen 1933 und 1945 war der Internationale Frauentag offiziell verboten. Die Nationalsozialisten propagierten stattdessen den Muttertag, der ihrem Frauenbild eher entsprach.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im geteilten Deutschland sehr unterschiedlich mit dem Frauentag umgegangen. Im Jahr 1946 führte die sowjetische Besatzungszone den Frauentag am 8. März wieder ein. Im Westen veranstalteten Sozialdemokratinnen ab 1948 Frauentage, die vor allem Frieden und den Kampf gegen die Wiederbewaffnung forcierten. Erst mit dem Engagement der neuen Frauenbewegung Ende der 1960er Jahre rückte der 8. März erneut stärker ins Bewusstsein. Ab dem Jahr 1993 wurde der Internationale Frauentag am 8. März im wiedervereinten Deutschland wieder gefeiert.

Am 16. März 1977 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine UN-Resolution, die alle Staaten ersuchte, einen Tag des Jahres zum »Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden« zu erklären. Seitdem folgten jährliche Veranstaltungen der Vereinten Nationen zum 8. März. Die modernen Internationalen Frauentage beschäftigen sich mit der Gleichberechtigung der Geschlechter, die auch nach 100 Jahren des internationalen Frauentages immer noch nicht hergestellt wurde.

Das Motto der Vereinten Nationen für den Internationale Frauentag 2021 lautet »Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world«. Das Motto macht darauf aufmerksam, dass die Aufgabenlast der Frauen während der COVID-19 Pandemie deutlich gestiegen sei. In vielen Fällen stellen Frauen den Großteil des Personals in sozialen und Pflegeberufen und übernehmen zudem im häuslichen Umfeld die Pflege- und Betreuungsarbeit, darunter Hausarbeit, Kinderbetreuung und Homeschooling. Trotz dieser enormen Leistung sind sie in Regierungen und Vorständen der Welt unterrepräsentiert und erhalten für die gleiche Arbeit häufig einen geringeren Lohn als ihre männlichen Kollegen.

Heute ist Internationale Frauentag. Bemühungen für die Gleichberechtigung der Frauen und gegen Gewalt gegen Frauen dürfen aber nicht auf diesen einen Tag beschränken sein. Der Kampf für die Rechte der Frauen, der Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen wurde, ist noch nicht vorbei. An der DHBW Villingen-Schwenningen sind wir mit der Gleichstellungsbeauftragten und deren Stellvertretungen, der Beauftragten für Chancengleichheit und dem A-Team mit seiner Verknüpfung zwischen den Lehrkräften und den Studierenden, sowie unserer Beratungsstelle für Antidiskriminierung aktiv dabei, diese Aktivitäten zu unterstützen.

Prof. Dr. Clive Flynn
für das A-Team

Veranstaltungshinweis:

Kein Geld macht auch nicht glücklich – wie Frauen aktiv ihre (finanzielle) Zukunft gestalten

Bild: Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau (ZGF))
"Annika Honacker"

Annika Honacker