Mobilität bedeutet Lebensqualität – insbesondere im Alter. Wie öffentliche Verwaltung, Beratung und Soziale Arbeit dazu beitragen, Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, zeigte der diesjährige Rollatortag des Schwarzwald-Baar-Kreises. Die Veranstaltung fand in der Turn- und Festhalle Marbach unter dem Motto „Tag rund ums Wägele“ statt und widmete sich den Themen Mobilität, Sicherheit und Begegnung im Alter.
Auf Einladung von Jürgen Schweizer – Sachgebietsleiter für Hilfe zur Pflege, Pflegestützpunkte, Alter und Technik sowie Smart Home und Living und langjähriger Lehrbeauftragter der Fakultät Sozialwesen – nahm Prof. Dr. Boris Duru, Studiengangsleiter für Soziale Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, als Vertreter der Fakultät Sozialwesen der DHBW Villingen-Schwenningen an der Veranstaltung teil.
Der Rollatortag bot ein vielfältiges Programm: Kostenlose Informationen und Sicherheitschecks für den eigenen Rollator, praktische Tipps für den Alltag sowie eine Rollatoren-Schau mit verschiedenen Modellen. Beratung boten außerdem der Pflegestützpunkt und die Beratungsstelle „Alter & Technik“ des Landratsamts Schwarzwald-Baar-Kreis, die zu altersgerechtem Wohnen und hilfreichen Alltagshilfsmitteln informierten.
Wie unmittelbar öffentliche Verwaltung dabei ansetzt, wurde in den Beratungsgesprächen greifbar – etwa als eine ältere Besucherin mit dem konkreten Wunsch nach einem Sicherheitstraining für das Ein- und Aussteigen im Linienbus auf Jürgen Schweizer zukam. Solche Anliegen werden aufgenommen und in die weitere Arbeit mitgenommen: bürgernahe Daseinsvorsorge zum Anfassen – dort, wo die Menschen tatsächlich stehen.
Anschaulichkeit mit großem Wert
Für die beiden Studiengänge der Fakultät Sozialwesen – Soziale Arbeit und Sozialwirtschaft – ist gerade diese Anschaulichkeit von großem Wert. Fragen der Mobilität, der Sicherheit und der selbstbestimmten Teilhabe im Alter berühren zentrale Themen des Fachs – von der Arbeit mit älteren Menschen bis hin zur Sozialen Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. Vor Ort wird sichtbar, was in den Lehrveranstaltungen theoretisch behandelt wird: wie Sozialrecht, Verwaltungshandeln und persönliche Beratung ineinandergreifen und aus rechtlichen Ansprüchen konkrete Unterstützung im Alltag entsteht.

Der Rollatortag führt damit eindrucksvoll vor Augen, wie eng wissenschaftliche Ausbildung und Praxis in der Sozialen Arbeit miteinander verbunden sind. Dass mit Livia Wetzel und Lena Partenijevic zwei Studierende des Studiengangs den Nachmittag am Informationsstand mitgestalteten, machte diese Verbindung unmittelbar erlebbar: Ausbildung und Praxis kamen hier buchstäblich an einem Tisch zusammen.
Begegnung der Hochschulen
Wie sehr der Rollatortag zugleich ein Ort des fachlichen Austauschs war, zeigte sich auch an der Begegnung zweier Hochschulen der Region. Neben der DHBW Villingen-Schwenningen mit ihren Studiengängen Soziale Arbeit und Sozialwirtschaft war auch die Hochschule Furtwangen mit ihren Angewandten Gesundheitswissenschaften vertreten. In unmittelbarer Nachbarschaft gelegen, teilen beide Hochschulen das gemeinsame Interesse an einer teilhabeorientierten und praxisnahen Versorgung im Landkreis. Der Stand des Pflegestützpunkts wurde so zu einem kleinen Schnittpunkt von Wissenschaft, Ausbildung und regionaler Praxis im Schwarzwald-Baar-Kreis.
Ein besonderer Dank gilt Jürgen Schweizer und dem Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis für die Einladung und die wertvollen Einblicke in die Beratungspraxis sowie der Ortsverwaltung Marbach und allen Beteiligten für einen anregenden Nachmittag. Die Fakultät Sozialwesen freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Schwarzwald-Baar-Kreis.