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Prof. Dr. Jens Heiling vertritt die DHBW Villingen-Schwenningen beim IPSASB Research Forum

Internationale Forschende und Standardsetzer des öffentlichen Rechnungswesens trafen sich am 23. und 24. Juni 2026 an der Universität Malta in Valletta zum 18. CIGAR Network Workshop und zum 6. IPSASB Research Forum. Im Mittelpunkt stand das Generalthema „Financialisation and Measurement in Public Sector Financial Reporting and Management Accounting". Neben zahlreichen Fachvorträgen und einer Plenardiskussion zum Einfluss Künstlicher Intelligenz auf die Rechnungswesenforschung moderierte Prof. Dr. Jens Heiling von der DHBW Villingen-Schwenningen am zweiten Veranstaltungstag ein hochkarätig besetztes Podium zum Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung und Standardsetzung im öffentlichen Sektor.

Im Rahmen des IPSASB Research Forums am Nachmittag des 24. Juni stellte Prof. Dr. Heiling dann die ersten Ergebnisse seines aktuellen Forschungsprojekts vor: „Explaining Disclosure Challenges under IPSAS 18 and IPSAS 20: Evidence from Preparers to Inform Post-Implementation Review". Der Beitrag wurde im Vorfeld in einem kompetitiven Begutachtungsverfahren mit über 70 TeilnehmerInnen von der Academic Advisory Group (AAG) des International Public Sector Accounting Standards Board (IPSASB) ausgewählt.

Worum geht es in dem Forschungsprojekt?

Das IPSASB ist das internationale Gremium, das Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen Sektor entwickelt, die sogenannten International Public Sector Accounting Standards (IPSAS). Zwei dieser Standards stehen im Mittelpunkt des Forschungsprojekts von Professor Heiling:

  • IPSAS 18, Segmentberichterstattung verlangt von öffentlichen Einrichtungen, ihre finanzielle Lage nach inhaltlich sinnvollen Teilbereichen (Segmenten) aufzugliedern, wie etwa nach Aufgabenfeldern.
  • IPSAS 20, Angaben zu nahestehenden Personen regelt, welche Geschäftsbeziehungen zu nahestehenden Personen und Organisationen angegeben werden müssen, um Transparenz über mögliche Interessenkonflikte herzustellen.

Beide Standards gelten in der praktischen Anwendung als besonders anspruchsvoll. Das IPSASB durchläuft daher für zentrale Standards einen sogenannten Post-Implementation Review (PIR), eine systematische Überprüfung, ob ein Standard in der Praxis tatsächlich die beabsichtigte Wirkung entfaltet. Die Studie von Prof. Dr. Heiling möchte diesen Überprüfungsprozess mit empirischer Evidenz unterlegen.

Wie sieht das methodische Vorgehen aus?

Die Untersuchung ist zweistufig angelegt. In einer ersten Phase wurden die Geschäftsberichte von 21 öffentlichen Einrichtungen verschiedener Ebenen, von nationalen Regierungen bis zu supranationalen Organisationen, systematisch auf die Angaben nach IPSAS 18 und IPSAS 20 hin untersucht. Die zweite, aktuell vorgestellte Phase erweitert dieses Bild um die Perspektive der Berichtersteller: Mittels einer strukturierten Befragung und ergänzender vertiefender Interviews mit Verantwortlichen aus Kanada, Australien und der Schweiz wurde untersucht, welche praktischen Herausforderungen bei der Anwendung von IPSAS 18 und IPSAS 20 tatsächlich bestehen und warum bestimmte Angaben in der Praxis häufig unterbleiben.

Welche ersten Ergebnisse gibt es?

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft dabei nicht nur die inhaltlichen Befunde, sondern auch den Erhebungsprozess selbst: Die sehr geringe Rücklaufquote bei der schriftlichen Befragung wird in der Studie als eigenständiger empirischer Befund gedeutet, der auf strukturelle Hürden für die Einbindung von Berichterstellern in Konsultationsprozesse des Standardsetzers hinweist.

Ausblick

Die Ergebnisse der Studie sollen im September 2026 dem IPSASB-Board selbst bei dessen Sitzung in Accra, Ghana vorgestellt werden.

Prof. Dr. Jens Heiling (rechts) beim 6. IPSASB Research Forum in Valletta. Foto: DHBW VS
"Hochschulkommunikation DHBW Villingen-Schwenningen"

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