Essstörungen im Fokus eines bewegenden Campusabends
Ein Thema, das oft im Verborgenen bleibt und dennoch viele Menschen betrifft, stand im Mittelpunkt eines Campus-Abends an der DHBW Villingen-Schwenningen: Essstörungen und der Umgang damit – persönlich, gesellschaftlich und fachlich reflektiert. Zu Gast war Johanna Elsen, die in ihrem Vortrag eindrücklich Einblicke in ihre Auseinandersetzung mit diesem sensiblen Themenfeld gab.
Im Zentrum der Veranstaltung standen ihr Buch sowie die dahinterliegenden Beweggründe und Erfahrungen. Darin beleuchtet sie Essstörungen aus unterschiedlichen Perspektiven und rückt insbesondere Aspekte in den Fokus, die in der öffentlichen Wahrnehmung häufig zu kurz kommen. Dazu zählen Betroffene, die nicht dem gängigen Klischee entsprechen, Dynamiken wie Konkurrenz unter Erkrankten sowie der wachsende Einfluss sozialer Medien auf Selbstwahrnehmung und Krankheitsverläufe. Das Buch verbindet persönliche Einblicke mit einer kritischen Reflexion gesellschaftlicher Strukturen und richtet sich sowohl an Betroffene als auch an Angehörige und Fachpersonen.
Differenzierter Blick ist wichtig
Auch im Vortrag griff Johanna Elsen diese Themen auf und erweiterte sie um praxisnahe Perspektiven. Dabei wurde unter anderem die Rolle von Kliniken thematisiert sowie die Frage, wie Angehörige und Fachkräfte unterstützend begleiten können. Besonders deutlich wurde, wie vielschichtig Essstörungen sind und wie wichtig ein differenzierter Blick auf individuelle Lebensrealitäten ist.
Im Anschluss bot eine offene Frage- und Gesprächsrunde Raum für Austausch. Die Teilnehmenden brachten vielfältige Perspektiven ein – von persönlichen Erfahrungen bis hin zu fachlichen Fragestellungen. Im Mittelpunkt standen dabei der Umgang mit Essstörungen im Alltag, bestehende Unterstützungsangebote sowie die Herausforderungen, die sich durch digitale Medien ergeben.