An diesem Morgen wird wieder scharf geschossen – allerdings nur mit Murmeln. Studierende des sechsten Semesters im Studiengang BWL – Technical Management testen die Ergebnisse ihres Abschlussprojekts. In diesem Jahr treten fünf Teams gegeneinander an. Ihre Aufgabe: Ein selbst entwickeltes Katapult konstruieren und bauen, das Murmeln zuverlässig auf Ziele in unterschiedlichen Entfernungen schleudern Bewertet werden unter anderem Konstruktion, Funktionalität, Innovationsgrad und die technische Umsetzung.
Jedes Team verfolgt einen eigenen technischen Ansatz um Präzision und Wiederholgenauigkeit zu erreichen. Dabei zeigt sich schnell: Mit einem klassischen Katapult haben die Projekte nur noch wenig gemeinsam. Beispielsweise verwendet eine Gruppe eine eigens entwickelte Software, die mithilfe einer Regressionsrechnung die optimale Einstellung für die gewünschte Schussweite berechnet. Dafür wurden während der Entwicklung zwischen 300 und 400 Testschüsse durchgeführt und deren Reichweiten dokumentiert. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für die Berechnungen – je nach Entfernung lässt sich das Ziel nach wenigen Probeschüssen bereits sehr präzise treffen.
Ein weiteres Team spannt sein Katapult elektrisch über einen Motor. Der eigentliche Abschuss erfolgt anschließend pneumatisch mithilfe eines Drucklufttanks. Die gewünschte Schussdistanz wird hier komfortabel am Laptop eingegeben, woraufhin das System die notwendigen Einstellungen übernimmt.

Eine andere Konstruktion verzichtet dagegen weitgehend auf Elektronik. Hier erfolgt die Einstellung mechanisch: Das Zugseil ist für verschiedene Entfernungen markiert und wird entsprechend ausgelenkt. Das Konzept überzeugt durch seine einfache, robuste Bauart und eine zuverlässige Funktionsweise.
Bei einem weiteren Katapult entwickelten die Studierenden eine eigene Steuerung, die für jede gewünschte Entfernung exakt vorgibt, welche Einstellungen vorgenommen werden müssen. So lässt sich das System schnell und reproduzierbar auf unterschiedliche Distanzen anpassen.
Praxisnahes Projekt mit viel Eigenleistung
Unterstützt werden die Studierenden während der Projektphase von ihren dualen Partnerunternehmen. Den größten Teil der Arbeit leisten sie jedoch selbst: Von der Konstruktion am CAD über die Fertigung der Bauteile bis hin zur Programmierung der Steuerung, Projektplanung und Risikoanalyse entsteht das komplette Projekt in Eigenregie.
Am Ende zählt nicht nur, ob die Murmel ihr Ziel erreicht. Ebenso wichtig sind eine saubere technische Umsetzung, durchdachte Konstruktionen und ein professionelles Projektmanagement.
„Die Projekte werden jedes Jahr anspruchsvoller“, sagt Prof. Dr. Bernd Kaltenhäuser, der die Arbeiten betreut und bewertet. „Die Studierenden verbinden Konstruktion, Fertigung, Elektronik und Softwareentwicklung zu einem Gesamtsystem und sammeln dabei wertvolle Erfahrungen für die Praxis.“