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Gelingende Kooperation als Voraussetzung für wirkungsorientierte Soziale Arbeit


Foto (von links: Timo Winkler-Dännart, Jürgen Stach, Katrin Mark-Eyison, Barbara Reichstein, Christine Engelhardt, Anja Teubert, Karin E. Sauer, Peter Gitschmann, Jörg Weigold, Marina Mäntele. Fehlend: Ruth Gronmayer)

Anlässlich des Inkrafttretens des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) dieses Jahr veranstaltete die Fakultät Sozialwesen am 06.11.17 an der DHBW Villingen-Schwenningen einen Fachtag zur Frage “Bundesteilhabegesetz – der Mensch im Mittelpunkt?“.
Prof. Anja Teubert und Prof. Karin E. Sauer, Studiengangsleiterinnen des Studienschwerpunkts Soziale Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, entwickelten den Fachtag gemeinsam mit Vertreter*innen der Dualen Partnereinrichtungen.
Das Ziel des Fachtags: Ein politisch verwertbares Statement zu den Bedingungen für die Entwicklung  passgenauer Unterstützungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderung.
Sozialminister Manne Lucha hatte ursprünglich seine aktive Beteiligung an einer Diskussion zugesagt, wurde dann von Ministerialdirigentin Christine Engelhardt vertreten, die sich sehr engagiert und offen für die Impulse aus der Praxis zeigte und nun gespannt auf das Statement wartet.
Zum Fachtag und damit aktive Austausch eingeladen waren Vertreter*innen der Landes- und Kommunalpolitik, der Eingliederungshilfe, Mitarbeitende und Leitungskräfte von freien und öffentlichen Trägern der Behindertenhilfe sowie Studierende der Sozialen Arbeit der DHBW Villingen-Schwenningen sowie Bürger*innen mit und ohne ‚Behinderungen‘.
Die Aktualität des Themas wurde allen Beteiligten durch einen peinlichen Veranstaltungsbeginn deutlich: Der Veranstaltungsraum war ein Tiefenhörsaal, zu dessen Podium Treppen führen. Die zur Podiumsdiskussion eingeladene Ruth Gronmayer, die selbst Rollstuhlfahrerin ist, war kurz davor, die Veranstaltung wieder zu verlassen. Ein „Aha-Effekt“, der den Fachtag auch im weiteren Verlauf prägte und u.a. folgende Fragen aufwarf: Wenn „der Mensch im Mittelpunkt der Gesellschaft“ steht, sollte dann nicht zweitrangig sein, ob dieser mobil bzw. mobilitätseingeschränkt ist? Warum ist eine staatliche Hochschule in der heutigen Zeit nicht 100% barrierefrei? Warum wird dieser Fall von institutioneller Diskriminierung von Bürger*innen mit Beeinträchtigungen nicht systematisch angegangen? Wie kann Kooperation mit Bürger*innen mit Beeinträchtigung gelebt werden, wenn oben genannte Barrieren diese erschweren?

Dr. Peter Gitschmann aus Hamburg führte aus bundespolitischer Sicht in das Tagungsthema ein. Christine Engelhardt, Ministerialdirigentin des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg, schloss daran ein Statement aus Perspektive der Landesregierung an.

Die von den Referent*innen formulierten Thesen wurden daraufhin in einer von Prof. Teubert moderierten Podiumsdiskussion erörtert, an der sich Jürgen Stach, Sozialdezernent SBK, Ruth Gronmayer (Bürgerin / Adressatin), Katrin Mark-Eyison (Diakonie Stetten) und Rosemarie Jany (Johannes-Diakonie Mosbach) beteiligten. Unter Einbezug von Stimmen aus dem Publikum erfolgte ein Austausch zu Erwartungen an die jeweiligen Akteur*innen, d.h. Leistungserbringer, Leistungsträger, Adressat*innen.

Barbara Reichstein (Stiftung Liebenau-Teilhabe) und Timo Winkler-Dännart (Eingliederungshilfe Schwarzwald-Baar-Kreis) stellten nach der Mittagspause ihre Form der Zusammenarbeit aus Sicht von freien und öffentlichem Träger vor und gaben damit den Input für die nun folgenden Diskussionen im „World-Café“. Hier ging es um die Kennzeichen gelingender Kooperation  und wie Passgenauigkeit zu realisieren ist. Es wurde hinterfragt, wie der Mensch konkret im Mittelpunkt stehen kann und was dies für die Kooperation der Beteiligten bedeutet, insbesondere, wenn möglichst alle sozialräumlichen Ressourcen einbezogen werden sollen.
Die Diskussionspunkte wurden von Studierenden des Studiengangs Soziale Arbeit mit Menschen mit Behinderungen schriftlich festgehalten. Sie werden im Anschluss an die Tagung mit den Initiator*innen und Studierenden zusammengefasst, so dass als Ergebnis ein Statement an das Ministerium formuliert werden kann, mithilfe dessen wegweisende Weichenstellungen für die Umsetzung des BTHG vorgenommen werden könnten, das bis 2023 vollständig in Kraft sein wird.