„crossing lines –
connecting minds“
Grenzen überschreiten – und dennoch eine Verbindung schaffen, mit dem Motto „crossing lines – connecting minds“ hat der DHBW-Forschungstag in Villingen-Schwenningen einen optimalen Standort gefunden. Hier verbinden sich Baden und Württemberg (Villingen der badische, Schwenningen der schwäbische Teil) und ehemalige Grenzen sind aufgehoben.
„Forschung überschreitet Grenzen und sie soll verbinden“, sagte Prof. Dr. Sabrina Kummer, die den Forschungstag an der DHBW in Villingen-Schwenningen moderierte. Diese Elemente in die Praxis zu tragen, das sei, was die DHBW auszeichne. Ganz im Zeichen der Interdisziplinarität erwartete die Besucher ein großes Portfolio an großen Gegenwartsthemen – über Demokratie, die Third Mission, über Wasserstoff-Reinigung bis hin zu Nachhaltigkeit. Die stand bei der Veranstaltung auch wieder im Fokus. Als „Green Event“ gekennzeichnet, wurde Nachhaltigkeit bei der Organisation von Villingen-Schwenningens Innovations- und Forschungsmanagerin Johanna Rolf bereits mitgedacht.
„Wo Grenzen enden, da beginnt Innovation“, sagte DHBW-Präsidentin Prof. Dr. Martina Klärle zum Auftakt des Forschungstages. Was die DHBW ausmache, das sei die Dualität, „und viele kooperative Projekte.“ Die Präsidentin freue sich über jede angestoßene Entwicklung und jeden Forschungsantrag in kommender Zeit.
Erfolgsfaktor: Austausch
über Fachgrenzen
Die Herausforderungen unserer Zeit sind komplex und lassen sich nicht durch einzelne Fachdisziplinen allein lösen. Ob digitale Transformation, nachhaltige Entwicklung, gesellschaftliche Veränderungen oder gesundheitliche Fragestellungen – innovative Lösungen entstehen dort, wo unterschiedliche Perspektiven, Kompetenzen und Erfahrungen zusammenkommen. Der Austausch über Fachgrenzen hinweg ist daher ein zentraler Erfolgsfaktor für Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz und zeigt, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit für die Zukunftsfähigkeit von Wissenschaft und Praxis ist, sagte Dr. Dirk Brinkmann als DHBW-Vizepräsident für Forschung, Innovation und Internationalisierung. „Ganzheitliche und nachhaltige Lösungen zu finden, das bedeutet auch für unsere Dualen Partner eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit“, so Brinkmann weiter.
Das Motto sei sehr treffend, da Fortschritt nur dann entstehe, wenn Menschen, verschiedene Perspektiven und Disziplinen zusammenkommen – „und das passiert selten in festen Grenzen“, erklärte Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling, Rektor der DHBW Villingen-Schwenningen. So habe man etwa am Standort die beiden Fakultäten Wirtschaft und Sozialwesen zusammengebracht und erhoffe sich davon viel Austausch und Innovation.
Künstliche Intelligenz
als Paradigmenwechsel
Julian Yogeshwar beschäftigt sich als KI-Experte, Unternehmer und Berater intensiv mit den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Beim DHBW-Forschungstag gab er Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um KI und zeigte auf, warum die Technologie einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel darstellt.
In seinem Vortrag machte Yogeshwar deutlich, dass Künstliche Intelligenz weit mehr ist als ein neues technisches Werkzeug. Sie verändert die Art und Weise, wie Wissen entsteht, wie geforscht wird und wie Menschen arbeiten. Gerade für die Forschung eröffne KI vielfältige neue Möglichkeiten – etwa durch schnellere Analysen, neue Perspektiven und innovative Ansätze zur Lösung komplexer Fragestellungen.
Gleichzeitig betonte Yogeshwar, dass der Umgang mit KI einen kritischen Blick erfordert. Entscheidend sei nicht, Antworten der Technologie einfach zu übernehmen, sondern Ergebnisse zu hinterfragen, einzuordnen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen. Eine besondere Herausforderung sieht er dabei in der sogenannten Neophobie – der Angst vor Neuem. Veränderungen seien häufig mit Unsicherheit verbunden, doch gerade diese Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen sei entscheidend, um Chancen zu erkennen und aktiv zu gestalten.
Seine Botschaft an die Zuhörerinnen und Zuhörer: „Mutig sein, es ist eine große Chance.“ Wer sich mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzt, kritisch denkt und die Möglichkeiten der Technologie nutzt, kann neue Wege in Forschung, Lehre und Praxis eröffnen.
DHBW Sustainability
Research Award
„Forschen. Verändern. Zukunft sichern“ - Unter diesem Leitgedanken wurde beim Forschungstag erstmals der DHBW Sustainability Research Award verliehen. Mit dem Preis würdigt die DHBW herausragende Forschungsarbeiten, die einen konkreten Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten und Forschungsergebnisse erfolgreich in Praxis, Gesellschaft oder Hochschule transferieren.
Ziel des neuen Awards ist es, nachhaltigkeitsbezogene Forschung an der DHBW sichtbarer zu machen und weitere Forschende dazu zu motivieren, sich mit zukunftsrelevanten Fragestellungen rund um Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Eingereicht wurden die Projekte in Form kurzer Video-Präsentationen. Über die Platzierungen entschied anschließend eine öffentliche Online-Abstimmung mit mehreren tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Den ersten Platz belegte Prof. Dr. Volker Schulz mit seinem Forschungsprojekt „PROKOREI H2 – Elektrochemischer Verdichter für die Reinigung und Kompression von Wasserstoff“. Die Arbeit überzeugte durch ihren innovativen Ansatz im Bereich der Wasserstofftechnologie und ihren Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme. Für den ersten Platz erhielt Prof. Dr. Schulz ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro.
Der zweite Platz ging an Prof.in Dr.in Barbara Schramkowski für ihr Projekt „Best Practice Klimaschutz im Sozialsektor“, das aufzeigt, wie nachhaltige Maßnahmen auch in sozialen Einrichtungen erfolgreich umgesetzt werden können.
Den dritten Platz erreichte Prof. Dr. Thomas Dobbelstein mit seiner interkulturellen deutsch-südafrikanischen Forschungsreihe zu den Themen Recycling, dem Kauf recycelter Produkte und Lebensmittelverschwendung.
Mit der erstmaligen Vergabe des DHBW Sustainability Research Awards setzt die Hochschule ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung von Forschung, die gesellschaftliche Herausforderungen aufgreift und konkrete Lösungen für eine nachhaltige Zukunft entwickelt.
Poster-Slam und Poster-Ausstellung:
Forschung sichtbar gemacht
Ein weiterer Höhepunkt des Forschungstags der DHBW Villingen-Schwenningen war der Poster-Slam, bei dem Forschende ihre Projekte in kurzen, prägnanten Präsentationen vorstellten. Das Format bot die Möglichkeit, komplexe Forschungsthemen verständlich und anschaulich zu vermitteln und zeigte eindrucksvoll die Vielfalt der Forschungsaktivitäten an der Hochschule.
Insgesamt wurden 19 Forschungsposter eingereicht und im Rahmen einer Ausstellung präsentiert. Besucherinnen und Besucher hatten die Gelegenheit, die Projekte kennenzulernen und über ihre Favoriten für den Poster-Award abzustimmen. Der anschließende Poster-Slam, bei dem die Autorinnen und Autoren ihre Arbeiten in kurzweiligen Vorträgen vorstellten, stieß auf großes Interesse.
Die drei bestplatzierten Poster zeigen die große thematische Bandbreite der Forschung an der DHBW:
1. Platz
Ina Daum
„Wie kann Hochschule als Raum demokratischer Praxis im Kontext der Third Mission gestaltet werden?“
2. Platz
Isabelle Pelz
„Eine Hochschule für ALLE: BlindDate für eine barrierefreie Lehre“
3. Platz
Florian Stöckl
„ηNet – Cyber-Physical and Data Managed System“
Der Poster-Slam machte deutlich: Forschung an der DHBW ist vielfältig, praxisnah und beschäftigt sich mit Fragestellungen, die Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen bewegen.
Workshops, Vorträge
und Sessions inspirieren
Neben den Keynotes und Auszeichnungen bot der DHBW Forschungstag zahlreiche Möglichkeiten, aktuelle Forschungsfragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und miteinander ins Gespräch zu kommen. In verschiedenen Sessions, Workshops und Forschungsinputs standen Themen im Mittelpunkt, die für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen relevant sind.
Die Beiträge reichten von nachhaltiger Transformation über Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Digitalität bis hin zu Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Demokratie, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit sowie neuen Methoden und Formaten interdisziplinärer Forschung. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Forschungslandschaft der DHBW ist und welche Chancen entstehen, wenn unterschiedliche Fachrichtungen miteinander verbunden werden.
Die Forschungsinputs boten Raum für spannende Einblicke in aktuelle Projekte und ermöglichten den Austausch zwischen Forschenden, Lehrenden und Praxispartnern. Durch die interdisziplinäre Ausrichtung des Forschungstags entstanden neue Perspektiven, gemeinsame Diskussionen und wertvolle Impulse für zukünftige Forschungskooperationen. Der Tag zeigte eindrucksvoll: Innovation entsteht dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen zusammenkommen.
Staffelübergabe für den
Forschungstag 2027
Zum Abschluss des Forschungstags wurde symbolisch die Staffel für die nächste Ausgabe weitergegeben: Rektor Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling überreichte eine Weinranke als besonderen Staffelstab an Prof. Dr. Johannes Kern, Prorektor der DHBW Lörrach. Damit steht fest: Der nächste DHBW Forschungstag wird im kommenden Jahr an der DHBW Lörrach stattfinden.
Prof. Dr. Kern blickte bereits auf die kommende Veranstaltung voraus und lud die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich zum dann 10. DHBW Forschungstag nach Lörrach ein. „Wir freuen uns“, betonte er und machte deutlich, dass die DHBW Lörrach die vielen Impulse und Erfahrungen aus Villingen-Schwenningen aufgreifen und weiterentwickeln möchte.
Die symbolische Übergabe der Weinranke steht dabei nicht nur für den Wechsel des Veranstaltungsorts, sondern auch für die kontinuierliche Weiterentwicklung des gemeinsamen Forschungsdialogs innerhalb der DHBW.