Blickpunkt 87

Auftakt zu dreijährigem Forschungsprojekt

Am 3. November 2021 fand die Auftaktveranstaltung des Forschungsprojekts »Nachhaltige Verankerung von institutionellen Schutzkonzepten zur Prävention sexualisierter Gewalt in pädagogischen Kontexten (SchukoV2024)« statt. Vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert, fokussiert sich die DHBW Villingen-Schwenningen bis 2024 gemeinsam mit den Dualen Partnern Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn und Johannes Diakonie Mosbach auf Einrichtungen mit einer breiten Angebotspalette für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung. Ziel ist es, Bedingungsfaktoren für eine nachhaltige Verankerung von Schutzkonzepten in Einrichtungen zu untersuchen und nachfolgend, u.a. in Form von Schulungen, Workshops oder Überarbeitungen der Schutzkonzepte, umzusetzen.

Projektleiterin Professorin Dr. Anja Teubert, Studiengangsleiterin »Soziale Arbeit – Menschen mit Behinderung«, schaffte zum Einstieg in die Veranstaltung einen Überblick über das Gesamtprojekt und Einblicke in wissenschaftliche Erkenntnisse zu Risikofaktoren für sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten. „Zur Prävention braucht es eine konsequente Orientierung an den Menschen, einen bewussten Umgang mit Macht sowie eine Kultur der Grenzachtung, des Hinsehens und Lernens in Organisationen“, hielt Teubert ihre Zielsetzung fest. „Durch die Bestands- und Risikoanalysen erarbeiten wir gemeinsam mit unseren Dualen Partnern spezifische Maßnahmen, welche die Qualität der Arbeit verbessern können.“

Beim anschließenden Workshop diskutierten die Teilnehmenden mögliche Chancen, die durch die Beteiligung am Projekt für Praxis und Wissenschaft entstehen. Mitarbeitende der sozialen Einrichtungen betonten im Gespräch, wie wichtig der gegenseitige Umgang, die Assistenz und Wertschätzung auf Augenhöhe für gute Präventivarbeit sei. Fachlich fundierte Schutzkonzepte bestünden bereits. Essentiell seien daneben aber auch geschulte Mitarbeitende und Mindset-Arbeit der pädagogischen Fachkräfte sowie ihre Haltung zu Macht, Gewalt, Abhängigkeitsverhältnissen und Partizipation. Parallel gelte es, die Führungsebenen und Strukturen der Einrichtungen in den Blick zu nehmen. „Aufklärung und Sensibilisierung zu Gewalt in pädagogischen Einrichtungen sind mitunter die wichtigsten Mittel zur nachhaltigen Verankerung von Schutzkonzepten“, erklärt Julia Huber, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Promovendin im Forschungsprojekt. „Wir sind sehr gespannt, was wir in den nächsten drei Jahren zusammen mit zwei unserer Dualen Partnern erarbeiten können.“

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