Blickpunkt 83

„Wir wollen nicht, dass andere von unseren Problemen erfahren!“ Zum Umgang mit Menschenwürde und Scham im Kontext FamilienRat

„Scham ist eine schmerzhafte, oft übersehene Emotion, die in jeder Arbeit mit Menschen akut werden kann, etwa wenn Klient*innen sich für ihre Herkunft, Armut oder ihre Hilfsbedürftigkeit schämen. Unerkannte Schamgefühle können z.B. zu Depression, Rückzug oder Sucht führen – oder in Zynismus, Trotz oder Aggression umschlagen. Daher ist es für alle, die mit Menschen arbeiten, wichtig, Scham zu erkennen und konstruktiv mit ihr umgehen zu können. Denn sie ist zwar schmerzhaft, hat aber auch positive Aufgaben.

Gemeinsam mit Heike Hör vom Familiensratsbüro Stuttgart veranstaltete Anja Teubert von der Fakultät Sozialwesen der DHBW Villingen-Schwenningen am 16.10.2020 einen hybriden Fachtag an dem der Referent Stefan Marks aus Freiburg über die grundlegenden Informationen zum oft unbeachteten Thema Scham sehr anschaulich informierte. Unterstützt durch Florian Kraut aus dem ESC der Hochschule und einem Kamerateam des Südwestrundfunks unter Leitung von Joa Bräuniger konnten die Teilnehmer*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Kleingruppen über Fragestellungen diskutieren, eigenes Erleben reflektieren und schließlich im Plenum vertiefen.

Die Teilnehmenden hatten in Stuttgart persönliche Begegnungen unter Wahrung der Hygienebestimmungen und gleichzeitig die Gelegenheit, mit internationalen Teilnehmenden zu diskutieren. Die Veranstalterinnen und auch die Teilenehmenden stimmten darin überein, dass in Anbetracht der Umstände das hybride Format sehr gut dazu beitragen konnte, das wichtige Thema der Scham ins Bewusstsein zu rufen. Man wolle das Thema nun sowohl in der Praxis als auch in der Theorie der Sozialen Arbeit weiter vertiefen.

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