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Steuerberater und Wirtschaftsprüfer halten Schritt

Aktuelle Entwicklungen und zahlreiche Neuerungen etwa zur Grundsteuer, der Anzeigenpflicht für grenzüberschreitende Gestaltungsmodelle (DAC6) oder den vereinfachten Bewertungsverfahren wurden von Expertinnen und Experten am Steuer- und Wirtschaftsprüfertag 2019 diskutiert

Villingen-Schwenningen, 15.04.2019. Der Steuer- und Wirtschaftsprüfertag der DHBW VS bot am 10. April 2019 zum 14. Mal Dualen Partnern, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern sowie Expertinnen und Experten Raum, aktuelle Entwicklungen des Steuer- und Wirtschaftsrechts zu diskutieren und daraus abgeleitete Fragestellungen für den Berufstand des Steuer- und Wirtschaftsprüfers zu thematisieren.

WP/StB Prof. Dr. Gunter Heeb, Leiter des Studiengangs RSW-Wirtschaftsprüfung, begrüßte die rund 280 Teilnehmer in der Neckarhalle. Der Umzug in die Neckarhalle war notwendig geworden, um auch den Studierenden der beiden RSW Studiengänge die Teilnahme am Schwenninger Steuer- und Wirtschaftsprüfertag zu ermöglichen. Aufgrund der stark gestiegenen Anfängerzahlen in den letzten Jahren reichen die hochschuleigenen Kapazitäten hierfür nicht mehr aus. Heeb führte zugleich in die zentralen Themen des Tages ein. Es wird Neuerungen in der Digitalsteuer geben und die Präzisierung der Abgrenzung zwischen meldepflichtig und nicht-meldepflichtig in grenzüberschreitenden Gestaltungsmodellen, aber auch das Vorhaben der nationalen Meldepflicht, wie sie im Referentenentwurf unter Artikel 2 diskutiert wird, stellt Intermediäre vor neu zu bewältigende Aufgaben. Die Digitalisierung könne zudem in Zukunft Prüfungen erleichtern und Abweichungen mithilfe der Big Data Analytics schneller bestimmen. Obsolet werde der Beruf des Wirtschaftsprüfers oder Steuerberaters allerdings nicht. „Bis ins Jahr 2035 wird der Personalbedarf trotz Digitalisierung steigen“, prognostizierte Hans-Walter Heinz, Präsident der Steuerberaterkammer Südbaden in seinem Grußwort.

WP/StB Klaus Tissen, Deloitte, sprach zum einen über wesentlich Neuerungen im Bereich ausgewählter Prüfungsstandards, hier IDW PS 470 n.F., IDW PS 350 n.F. und IDW ISA 720 E-DE. Zum anderen gab er einen Ausblick in die Zukunft der Wirtschaftsprüfung. Er verdeutlichte dabei die Relevanz aktueller Trends wie der Blockchain-Technologie, Artificial Intelligence, Advanced Imaging und der Big Data Analytics.

Über den Themenkomplex der Bewertung, ein für Steuerberater und14. Steuer- und Wirtschaftsprüfertag 2019 Wirtschaftsprüfer gleichermaßen wichtigen Aspekt, referierte WP/StB Dr. Christoph Gatz von Dr. Neumann, Schmeer und Partner. Er verdeutlichte die Probleme der vereinfachten Bewertungsverfahren und arbeitete die wesentlichen Parameter der Bewertung heraus.

WP/StB Dr. Oliver Trautmann von WTS aus Frankfurt widmete sich detailliert der gesetzlichen Neuregelung zur Anzeigepflicht von grenzüberschreitenden Steuergestaltungen. Er skizzierte die Motivation des Gesetzgebers, bestärkt durch die Cum-Ex-Geschäfte und die Panama Papers, Steuervermeidungspraktiken zu unterbinden. Trautmann stellte auch auf Basis des kursierenden Referentenentwurfs die Wirkungsweise und den Anwendungsbereich der gesetzlichen Neuregelung vor. Er verdeutlichte hierbei sehr anschaulich die sich daraus ergebenden Herausforderungen für den Berufsstand.

Wie Personengesellschaften als Übertragungsvehikel von Eigentum der einen Generation in die nächste Generation genutzt werden können, erläuterte StB Dr. Jan Bron von Flick Gocke Schaumburg. An Beispielen veranschaulichte er den Umständen und Wünschen des Mandanten angepasste Möglichkeiten der Umsetzung.

Der stellvertretende Leiter der Steuerabteilung des Ministeriums für Finanzen Baden-Württemberg, Dr. Carl Friedrich Vees, vertrat Bernd Burchert, Steuerabteilungsleiter im Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg. Er sprach unter anderem aus Sicht des Landes zur Grundsteuer und beantwortete Fragen des Plenums. Die wertabhängige Methode der Bewertung bei der Grundsteuer werde personell aufwendig sein, stellt auch Vees fest. Betreffend die Meldepflicht müsse man abwarten wieviel Fälle gemeldet werden. Im Grunde seien die jeweiligen Finanzämter zuständig, doch der Bund erhoffe sich, dank der gewonnenen Erkenntnisse, schneller gesetzgeberisch eingreifen zu können. In seinem anschließenden Vortrag thematisierte Vees aktuelle Neuerungen und Problemfelder des Ertragsteuerrechts.

StB Prof. Dr. Michael Scheel, einer der Leiter des Studiengangs RSW-Steuern und Prüfungswesen, bedankte sich in seiner Schlussrede bei den Referenten, seinen Kollegen und den Besuchern für das Gelingen des diesjährigen Fachtags. Er nutzte diesen Anlass auch, den Lehrbeauftragen aus der Praxis ein großes Danke für ihre Arbeit im Studienbetrieb auszusprechen. Der nächste Steuer- und Wirtschaftsprüfertag findet 2021 statt.

Über die DHBW Villingen-Schwenningen:

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg Villingen-Schwenningen bietet insgesamt 16 innovative Studienangebote an den Fakultäten Wirtschaft und Sozialwesen an. Mit rund 1.000 Unternehmen und sozialen Einrichtungen als Duale Partner ist die DHBW Villingen-Schwenningen stark vernetzt. Die Studierenden wie auch die Dualen Partner schätzen die enge Verbindung von akademischer Lehre und Praxis sehr. In einem dreimonatigen Turnus wechseln die Studierenden zwischen Unternehmen bzw. sozialer Einrichtung und Hochschule. Nach drei Jahren schließen die Studierenden als Bachelor of Arts bzw. Bachelor of Science ihr Studium ab. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, berufsbegleitend ein duales Masterstudium an der DHBW zu absolvieren. Mit einem dualen Studium an der DHBW gelingt der Berufseinstieg nahezu nahtlos und die Studierenden legen zusammen mit den Dualen Partnern ihren Grundstein für eine erfolgreiche Karriere.