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Neue Perspektive auf Geschäfte mit China geschaffen

Das 2. Zukunftsforum informierte unter dem Titel „Wirtschaftsmacht China – Partner oder Konkurrent?“ – Unternehmenskäufe, neue Seidenstraße und Know-how-Schutz im Fokus

Mit einem klaren Bild von der neuen Wirtschaftsgroßmacht China verließen die rund 100 Besucher das 2. Wirtschaftsforum am 21. Oktober 2018 an der Dualen Hochschule in Villingen-Schwenningen: Vorträge von Experten und Praktikern brachten Licht ins Dunkel um aktuelle Mythen und Entwicklungen im „Reich der Mitte“, das in Wirtschaftskreisen immer noch eine Größe mit vielen Unbekannten ist. Im Zentrum der Vorträge standen die wesentlichsten Unklarheiten: die gespürt enorm vielen Unternehmenskäufe chinesischer Investoren in Deutschland, die Projekte rund um die „Neue Seidenstraße“ sowie den Umgang der Chinesen mit geistigem Eigentum und Patenten.

Unternehmenskäufe chinesischer Investoren

Frank-Christian Raffel, geschäftsführender Gesellschafter bei MelchersRaffel Ltd., warf einen scharfen Blick auf die chinesischen Unternehmenskäufe in Deutschland der vergangenen Jahre, die immer wieder für Schlagzeilen und Unruhe in der Wirtschaft gesorgt hatten. Die Zahlen und Statements, die er präsentierte, wiesen fast durchweg in eine Richtung bei der Beurteilung solcher Vorgänge: „Amerikanische Investoren kaufen in Deutschland deutlich mehr Unternehmen als chinesische. Und die Chinesen seien bei ihren Zukäufen nicht auf schnelle Rendite aus.“ Vielmehr gehe es darum, mit Hilfe deutscher Know-how-Träger die Folgen des rasanten chinesischen Wachstums kompensieren zu können. So werde an deutschen Standorten nicht etwa einfach Know-how abgezogen, sondern investiert, um Kapazitäten zu stärken.

 

„Neue Seidenstraße“

Tobias Urban (German Industry and Commerce Greater China GmbH) zeigte in seinem Vortrag die neuen Wege für bilateralen Frachtverkehr zwischen China und Europa auf und ging auch auf die Absicht Chinas ein, durch Abbau von Handels- und Investitionshemmnissen entlang dieser Routen auch wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln. Rund 900 Milliarden US-Dollar will die chinesische Führung hierfür zur Verfügung stellen. Sowohl besser ausgebaute Eisenbahnstrecken als auch Schifffahrtsrouten sollen den Handel zwischen den Kontinenten optimieren helfen.

 

Umgang mit geistigem Eigentum und Patenten

Johannes und Peter Sterman, Inhaber eines auf Spannsysteme spezialisierten Unternehmens in St. Georgen, berichteten von ihren Erfahrungen bei der Zulieferung von Maschinenkomponenten für die Getriebefertigung nach China: Bemerkenswert sei die knappe Projektzeit gewesen, aber auch das gezielte Einkaufen von deutschem Know-how für die Umsetzung einer chinesischen Konstruktion. „Da gibt es heute kaum noch Qualitätsunterschiede mehr zu europäischen Konstruktionen“, betonte Peter Sterman.

 

Rechtliche Aspekte: Know-how-Schutz

Professor Niels Behrmann zeigte auf, wie weit die chinesische Gesetzgebung inzwischen die internationalen Maßstäbe rund um diesen Schutz erfüllt, aber auch, wo die Fallstricke des Schutzes für geistiges Eigentum liegen.

Für das Veranstalter-Konsortium aus Duale Hochschule Baden-Württemberg Villingen- Schwenningen, IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, TechnologyMountains e.V., Marketing-Club Schwarzwald-Baar und Hochschule Furtwangen erweist sich die Idee des Zukunftsforums als Erfolgsmodell.

 

 

Das Bild zeigt (obere Reihe, von links) Prof. Dr. Ulrich Kotthaus (DHBW VS), Anne-Christine Rehm (TechnologyMountains e.V.), Tobias Urban (German Industry and Commerce Greater China GmbH), Michaela Lohrmann (IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg), Frank-Christian Raffel (MelchersRaffel Ltd.), (untere Reihe, von links:) Oliver Hupp (Marketing-Club Schwarzwald-Baar), Peter Sterman (Sterman Technische Systeme GmbH), Johannes Sterman (Sterman Technische Systeme GmbH), Prof. Dr. Clive Flynn (DHBW VS), Prof. Dr. Lars Bickebanck (Hochschule Furtwangen).

Im Bild zu sehen sind der Rektor der DHBW Villingen-Schwenningen Prof. Dr. Ulrich Kotthaus sowie Prof. Dr. Clive Flynn, Leiter des Studiengangs International Business, gemeinsam mit den Referenten des Zukunftsforums.