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Neue Denkmodelle für die Wirtschaft im KI-Zeitalter

Die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz verändert nicht nur technologische Prozesse, sondern stellt Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Gesellschaft gleichermaßen vor neue Herausforderungen. Besonders im Spannungsfeld zwischen traditioneller industrieller Wertschöpfung und datengetriebenen Geschäftsmodellen wird deutlich, wie wichtig ein strategisches Verständnis von Technologie geworden ist. Vor diesem Hintergrund diskutierten Experten an der DHBW Villingen-Schwenningen darüber, wie Unternehmen und Studierende gleichermaßen befähigt werden können, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten und KI als nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu nutzen.

„Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändert Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend. Als Hochschule sehen wir es deshalb als unsere Aufgabe, Studierende nicht nur fachlich auszubilden, sondern sie auch dazu zu befähigen, technologische Entwicklungen kritisch zu verstehen und aktiv mitzugestalten“, betont Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling, Rektor der DHBW Villingen-Schwenningen.

Eine sinnvolle Verbindung schaffen

Dort nimmt das Thema einen hohen Stellenwert ein, erklärt Prof. Dr. Stefan Stoll, einer der Leiter des Studiengangs Wirtschaftsinformatik. „Unternehmen arbeiten nach einer Hardware-Logik, jetzt kommt aber immer stärker die Software-Logik zum Tragen“, sagt Stoll. Doch wie gelingt es Unternehmen, diese beiden Welten sinnvoll miteinander zu verbinden?

Mit genau dieser Frage beschäftigt sich der Technologieexperte, Autor und Unternehmer Ritavan, der an der DHBW Villingen-Schwenningen zu Gast war. In seinem Buch "Data Impact" beschreibt er, wie etablierte Unternehmen Daten, Technologie und KI gezielt nutzen können, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf datengetriebener Wertschöpfung.

Digitalen Hebel aufbauen

Gerade im Mittelstand finde man Unternehmen, die seit Jahrzehnten erfolgreich produzieren und mit jeder neuen Welle digitaler Technologie Gefahr laufen, Teile ihrer Wertschöpfung – und damit auch ihres Gewinns – an externe Plattformen und Technologiekonzerne abzugeben. Entscheidend sei deshalb, selbst einen digitalen Hebel aufzubauen: also Technologien, Daten und KI so einzusetzen, dass mit vorhandenem Wissen und bestehenden Strukturen eine deutlich größere Wirkung erzielt werden kann. Nur wenn Unternehmen lernen, diesen Hebeleffekt für sich selbst zu nutzen, könnten sie langfristig wettbewerbsfähig bleiben und neue Wertschöpfung im eigenen Unternehmen halten.

Genau darin sieht auch die DHBW Villingen-Schwenningen einen wichtigen Bildungsauftrag. „Die Studierenden sollen lernen, komplexe Situationen zu analysieren und Denkmodelle zu erstellen. So eignen sie sich Wissen an, das für die Aufgaben der Zukunft qualifiziert“, sagt Prof. Dr. Stefan Stoll. Ritavan betont in diesem Zusammenhang, dass KI vor allem dort zum Erfolgsfaktor werde, wo Menschen lernen, technologische Systeme nicht nur zu bedienen, sondern strategisch zu verstehen und einzuordnen. Entscheidend sei künftig weniger das reine Abrufen von Wissen als vielmehr die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu analysieren, Muster zu erkennen und flexibel mit technologischen Entwicklungen umzugehen.

Ritavan (links) und Prof. Dr. Stefan Stoll sprechen über den Ansatz, den speziell mittelständische Unternehmen beim Umgang mit neuen digitalen Technologien verwenden. Foto: DHBW VS