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Kinder- und Jugendstudie liefert wichtige Impulse für Zukunft Albstadts

Wie erleben Kinder und Jugendliche ihre Stadt? Was brauchen sie, um sich in ihr sicher und wohl zu fühlen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Forschungsprojekt „Was denkt Jugend?“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Villingen-Schwenningen in Kooperation mit dem städtischen Kinder- und Jugendbüro Albstadt. Kürzlich hat die wissenschaftliche Leiterin des Projekts, Prof. in Dr. in Daniela Steenkamp den Abschlussbericht vorgelegt.

Was die Ergebnisse zeigen

Zwischen März und Juli 2023 wurden insgesamt 1.963 junge Menschen im Alter von zehn bis 18 Jahren befragt, mit einer außergewöhnlich hohen Rücklaufquote von 96 Prozent. Die Ergebnisse zeigen: Viele Jugendliche fühlen sich in Albstadt grundsätzlich sicher, gleichzeitig benennen sie aber auch konkrete Orte und Situationen, die Unsicherheiten auslösen,  insbesondere  bei Mädchen und divers geschlechtlichen Jugendlichen.

Als problematisch wurden unter anderem der Bürgerturmplatz, vereinzelte Straßenzüge, sowie der Bahnhof und andere Mobilitätsknotenpunkte genannt. Gleichzeitig wünschen sich die Jugendlichen mehr niedrigschwellige nicht kommerzielle Treffpunkte in der Innenstadt mit Sitzgelegenheiten und berichten von verunsichernden Erfahrungen mit suchterkrankten Menschen oder Menschen ohne Obdach.

Im Anschluss an die Befragung wurden die zuständigen Fachämter der Stadtverwaltung gebeten, zu den Ergebnissen Stellung zu beziehen sowie konkrete Maßnahmen und Handlungsmöglichkeiten vorzuschlagen. Parallel fanden verschiedene Jugendforen statt. Aspekte, die die Kinder und Jugendlichen besonders beschäftigen, waren neben der Sicherheit auch Themen wie Familie, Konflikte in Freundschaften, Mobilität, Obdachlosigkeit oder Rassismus.

Große Chance für Stadtentwicklung

Prof. in Dr. in Daniela Steenkamp sieht mithilfe der genutzten Methoden in der Sozialraumanalyse eine große Chance für die Stadtentwicklung:
„Kinder und Jugendliche haben nicht nur ein Recht auf Beteiligung sowie auf ein gesundes und sicheres Aufwachsen, sondern sie haben auch konkrete und gute Ideen, was sie für mehr Sicherheit, Begegnung und Lebensqualität brauchen. Gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden Verdichtung öffentlicher Räume und dadurch entstehenden Nutzungskonkurrenzen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen um den vorhandenen Raum ist es wichtig, ihre Perspektiven frühzeitig und verbindlich in kommunale Planungen einzubeziehen.“

Steenkamp empfiehlt deshalb, Albstadt strategisch zu einer kinder- und jugendfreundlichen Kommune weiterzuentwickeln, etwa durch eine Beteiligung am bundesweiten Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk.

Mit dem Forschungsprojekt hat Albstadt ein starkes Zeichen für Beteiligung, Zukunftsgestaltung und die aktive Einbindung junger Menschen im Sozialraum gesetzt.