News

Campus Abend: Folgen der Flüchtlingsaufnahme

Mit dem Thema „Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession - Grundlagen und Folgen der Flüchtlingsaufnahme“ setzte sich ein Campus Abend der Fakultät Sozialwesen auseinander. Nausikaa Schirilla, Professorin für Soziale Arbeit, Migration und interkulturelle Kompetenz an der Katholischen Hochschule in Freiburg, zeigte in ihrem Vortrag auf, wie Sozialarbeitende in einem Handlungsfeld, das durch rechtliche Restriktionen und häufig geringem Personal geprägt ist, dennoch Wege finden können, um die Orientierung an den Menschenrechten als ethische Basis nicht aus dem Blick zu verlieren. Dabei machte die Professorin deutlich, dass der Versuch, bestmögliche Arbeit unter häufig prekären Rahmenbedingungen auszuüben, und dem Bestreben, menschenrechtsverletzende gesellschaftliche Gegebenheiten zu kritisieren und auf Veränderungen hinzuwirken, eine Gratwanderung sei. Bedeutend sei eine professionelle Haltung, Geflüchtete nicht pauschal als hilfsbedürftige Personen zu sehen, sondern als Menschen, die mit der Flucht eine Entscheidung gefällt haben, ihre untragbaren Lebensbedingungen zu verändern. Die Chancen auf ein menschenwürdiges Leben sind weltweit ungleich verteilt, machte die Referentin deutlich. Dabei zitierte Sie den ägyptischen Journalisten und Autor Karim El-Gawhary.  Es sei reiner Zufall, meint dieser, wo man geboren werde. "Ihr könntet genauso gut in Aleppo, Mosul oder Damaskus geboren sein und müsstet euch eines Nachts entscheiden, welches eurer Kinder ihr loslasst.“ El-Gawhary bezieht sich dabei auf die Geschichte einer Frau, die mit ihren vier Kindern in einem Boot über das Mittelmeer flüchtete. Als das Boot kenterte, konnte sie nur eines ihrer vier Kinder über Wasser halten, die anderen ertranken vor ihren Augen. Als Angehörige eines reichen Landes müsste die Bereitschaft Privilegien mit anderen zu teilen selbstverständlich sein.   Moderiert von den Professorinnen Dr. Karin Sauer und Dr. Barbara Schramkowski kamen zu dem Vortrag mit anschließendem Diskurs Studierende, Professoren und Professorinnen sowie Bürger und Bürgerinnen zusammen, die Geflüchtete ehrenamtlich unterstützen.