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Abschlusskonferenz des transnationalen Netzwerks zu Erinnerungsarbeit

Am Samstag, den 31. Juli 2021, fand die digitale Abschlusskonferenz des transnationalen Netzwerks zu Erinnerungsarbeit statt. Die Teilnehmenden aus Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo hatten sich im Laufe der letzten zwei Jahre vernetzt, um theoretische und praktische Perspektiven des Themas »Memory Work« zusammenzuführen.

Erinnerungsarbeit ist für die als Post-Konflikt-Gesellschaften geltenden Regionen von existenzieller Bedeutung. Die Inhalte des Austauschs zwischen Grassroot-Initiativen im Bereich der Gemeinwesenarbeit und Universitäten der drei Länder in Ostafrika wurden davon bestimmt, wie aus der Erinnerung an gewaltvolle Konflikte in der Vergangenheit gelernt werden kann, auf Frieden, Heilung und Vergebung hinzuarbeiten. Die Zusammenarbeit fand in Länder-Teams statt, die jeweils von einer*m Hochschulvertreter*in geleitet wurden. Gemeinsam mit den Praxisvertreter*innen aus sozialen Projekten generierten die Teams Texte über landestypische Strategien zu Konfliktbewältigung, Friedenserziehung und Traumaarbeit. Das Ergebnis des gemeinsamen Prozesses erscheint kommendes Jahr in der Schriftenreihe der Fakultät Sozialwesen der DHBW Villingen-Schwenningen. Neben dem Initiator des Projekts Dieter Brandes (Diözesanreferent) und Prof.in* Karin E. Sauer (Facilitator) wir der Band auch von den Länderkoordinator*innen der afrikanischen Universitäten, darunter Prof.in Penine Uwimbabazi, Studiendekanin der ruandischen Partnerhochschule PIASS, Huye herausgegeben. „Die kollektiv erarbeiteten Erkenntnisse über »Memory Work« sind richtungsweisend für eine dekoloniale Soziale Arbeit, die erst am Anfang einer weitreichenden Rezeption in Wissenschaft und Praxis steht“, so Sauer. „Erinnerungsarbeit ist für Deutschland als ehemalige Kolonialmacht in Ruanda und Burundi eine wichtige Orientierung, um tief verwurzelte rassistische und sexistische Strukturen, Diskurse und Alltagspraxen anzugehen.“

Die Teilnehmenden des transnationalen Netzwerks zu Erinnerungsarbeit trafen sich zur digitalen Abschlusskonferenz.