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Professor Kizilhan wurde mit dem "Friedens- und Integrationspreis der Kurdischen Gemeinde Deutschland" ausgezeichnet

Laudator Mehmet Tanriverdi, stellv. Bundesvorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland würdigte in seiner Ansprache in der Staatsgalerie Stuttgart am 24. November 2018 die außergewöhnliche wissenschaftliche Arbeit von Prof. Kizilhan auf dem Gebiet der Psychotraumatologie und Betreuung von traumatisierten Kriegsgeflüchteten seit über 20 Jahren. Die Kurdische Gemeinde dankt Prof. Kizilhan für seine Arbeit im Rahmen eines „Sonderkontingents von besonders schutzbedürftigen Frauen und Kindern aus dem Nordirak“, das von der Landesregierung Baden-Württemberg eingerichtet wurde. Besonders gewürdigt wurde die Gründung des Instituts für Psychotherapie und Psychotraumatologie in Dohuk, Nordirak, und die psychotherapeutische Ausbildung vor Ort.

Prof. Kizilhan nahm stellvertretend für die überlebenden Frauen sexueller Gewalt den Preis an und machte auf die Situation der Frauen und Kinder im Irak und Syrien aufmerksam. Den Preis gab er weiter an eine  Überlebende des IS-Terrors, die 2015 im Irak zu 60 Prozent verbrannt war und durch eine einmalige Aktion der Landesregierung mit einem Spezialflugzeug gemeinsam mit Prof. Kizilhan ausgeflogen werden konnte. Yasemin war damals 16 Jahre alt und ist seit zwei Jahren im Krankenhaus in Behandlung.

„Es freut mich sehr, dass das Engagement und der Einsatz für viele schutzbedürftige Kinder und Frauen im Nordirak meines Kollegen Kizilhan in diesem Rahmen gewürdigt werden. Zu dieser Auszeichnung möchte ich recht herzlich gratulieren und meine Anerkennung aussprechen;“ gratuliert Prof. Dr. Ulrich Kotthaus, Rektor der DHBW Villingen-Schwenningen.

Sonderkontingent des Landes Baden-Württemberg / Forschungsauftrag
Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Leiter des Studiengangs Soziale Arbeit an der DHBW Villingen-Schwenningen, war im Januar 2015 von der Landesregierung beauftragt worden, 1.000 traumatisierte Frauen und ihre Kinder nach Baden-Württemberg zu holen. Im nordirakischen Dohuk hat im Frühjahr 2017 das Institut für Psychotherapie seinen Studienbetrieb aufgenommen.
Das vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium koordinierte Projekt „Psychotherapeutenausbildung an der Universität Dohuk“ wurde maßgeblich von Professor Kizilhan, unter Federführung der DHBW Villingen-Schwenningen, initiiert und mitentwickelt. In dem Institut werden Therapeutinnen und Therapeuten ausgebildet. Teil der Ausbildung ist ein „Train the trainer-Konzept“. Ziel des Projekts ist die Behandlung traumatisierter Geflüchteter in Kliniken, Betreuungseinrichtungen und in den Camps vor Ort. Prof. Kizilhan ist Leiter des Instituts für Transkulturelle Gesundheitsforschung an der DHBW Villingen-Schwenningen. Das Institut widmet sich in Forschung und Lehre gesundheitswissenschaftlichen Fragestellungen vor dem Hintergrund zunehmender Internationalisierung der Gesundheitsforschung und Gesundheitsversorgung.

 

Foto mit Prof. Kizilhan und Yasemin von der Preisübergabe
Prof. Kizilhan mit Yasemin bei der Preisweitergabe
2. v. links: Prof. Kizilhan, Bildquelle: www.kurdische-gemeinde.de