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Studierende besuchen Eingliederungshilfe in Hamburg

Mit »Hinz und Kunz« wieder eine Perspektive gewonnen

Ihr Studium haben die DHBW-Studierenden des 6. Semesters Soziale Arbeit – Menschen mit Behinderung bald in der Tasche. Gemeinsam mit ihrer Studiengangsleiterin Prof. Dr. Anja Teubert sind sie nach Hamburg gereist, um Einblick in die Arbeit der Eingliederungshilfe der Hansestadt zu erhalten.

„Das duale Studium verbindet Theorie und Praxis. Die Studierenden setzen im dreimonatigen Rhythmus ihre erlernten theoretischen Kenntnisse während der Praxisphasen direkt bei unseren Dualen Partnern ein“ erklärt die Leiterin des Studiengangs. „Mit Exkursionen wie dieser bieten wir unseren Studierenden die Möglichkeit, die Arbeit anderer Einrichtungen ihres Arbeitsfeldes kennenzulernen und möglicherweise neue oder bereits erlernte Methoden sowie fachliche Grundlagen im Arbeitsfeld wiederzuentdecken. Vom Austausch profitieren meist beide Seiten: die Studierenden aber auch die einladende Einrichtung.“

In Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung erkundete die Gruppe die Hansestadt Hamburg aus der Perspektive von Menschen ohne Obdach. Der Erfahrungsexperte Harald sprach mit den Studierenden über die Geschichte der Organisation »Hinz und Kunz« und berichtete, wie er seine Heimatstadt Nürnberg vor Jahren aus Scham verließ. Nachdem er arbeitslos geworden war, geriet er in die Wohnungslosigkeit und lebte lange Jahre auf der Straße. Er ergriff die sich ihm gebotene Gelegenheit für das Hamburger Straßenmagazin »Hinz und Kunz« zu arbeiten. Seinen Drogenkonsum reduzierte er mit Unterstützung eines Sozialarbeiters und schaffte es bald darauf mit ambulanter Unterstützung des Suchtexperten bei »Hinz und Kunz« »clean« zu werden.

Den Studierenden wurde klar, was diese und ähnliche Organisationen an bedeutsamer Arbeit leisten. Mit dem Erfahrungsexperten besuchte die Gruppe im Quartier weitere Anlaufstellen bei denen Menschen ohne Obdach medizinische Notversorgung, Essen, eine Dusche oder eine Schlafstelle für einzelne Nächte erhalten.

Teil des Exkursionsprogramms war außerdem ein ausführliches Treffen mit Mitarbeitenden der Stiftung Alsterdorf und Leben mit Behinderung Hamburg. Hier präsentierten die Gastgeber ihre Konzepte des sozialraum- und dezidiert personenorientierten Arbeitens und die Studierenden konnten mit den Fachkräften in einen spannenden fachlichen Diskurs einsteigen. Das in Hamburg in der Eingliederungshilfe umgesetzte Trägerbudget, das zu mehr Flexibilität bei den leistungserbringenden Trägern führen soll, scheint das Ziel, flexibler und passgenauer auf die Bedarfe einzugehen, in großen Teilen tatsächlich zu unterstützen.

Mit dem Leiter der Eingliederungshilfe und maßgeblichen Initiator der Budgetierung in Hamburg, Dr. Peter Gitschmann, trafen sich einige Studierende am Abend zum Austausch über dessen Erfahrungen mit der Einführung des Trägerbudgets.

Viele der Studierenden brachten ihr Fachwissen sehr gut ein und gestalteten den Theorie-Praxis-Transfer auf ihre Weise zum Abschluss des Studiums in teilweise hervorragender Weise. So, dass sie von beiden Trägern aufgefordert wurden, sich zu bewerben.

Studierende des 6. Semester Soziale Arbeit – Menschen mit Behinderung in Hamburg