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Soziale Sicherung im Fokus: VdK-Präsidentin Verena Bentele zu Gast an der DHBW Villingen-Schwenningen

Vor welchen Herausforderungen stehen die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland – und wie sollte man ihnen begegnen? Mit diesen Fragen befassten sich Studierende mehrerer wirtschaftswissenschaftlicher Kurse der DHBW Villingen-Schwenningen bei einem virtuellen Gastvortrag von Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland und 12-fache Paralympics-Siegerin im Biathlon und Langlauf.

Was genau ist der VdK?

Zum Einstieg stellte Bentele den Verband vor, der 1950 als „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“ gegründet wurde und sich seither zu einem umfassenden Akteur der Sozial- und Gesellschaftspolitik entwickelt hat. Der VdK  mit rund 2,38 Millionen Mitgliedern ist der größte Sozialverband Deutschlands und versteht sich als unabhängige sozialpolitische Interessenvertretung.

Was ist der Social Return on Investment?

Im Zentrum des Vortrags stand anschließend das Konzept des Social Return on Investment (SROI) – eine Methode, die den gesellschaftlichen Mehrwert sozialer Investitionen messbar macht und dabei nicht nur finanzielle, sondern auch soziale Wirkungen berücksichtigt.

Gibt es dafür aktuelle Beispiele?

Wie sich dieser Ansatz auf aktuelle sozialpolitische Debatten anwenden lässt, verdeutlichte Bentele mit aktuellen Beispielen. Mit Blick auf die Diskussion um Krankenstände und die geplante Wiedereinführung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag argumentierte sie, dass die Datenlage ein verbreitetes Misstrauen gegenüber Beschäftigten nicht stütze und solche Maßnahmen unbeabsichtigte Folgen nach sich ziehen könnten. Einen Schwerpunkt legte sie zudem auf die Bereiche Prävention und Rehabilitation: Investitionen in beide Felder, so ihre These, zahlten sich sowohl für die Betroffenen als auch für die Volkswirtschaft aus – ein Argument, das sie mit Studienergebnissen, unter Anderem der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund zum volkswirtschaftlichen Nutzen von Reha-Maßnahmen unterlegte.

Für die Studierenden bot der Vortrag die Gelegenheit, wirtschaftswissenschaftliche Konzepte wie den Return on Investment in einem gesellschaftspolitischen Kontext zu betrachten und die Perspektive eines zentralen sozialpolitischen Akteurs kennenzulernen. Im Anschluss nutzten die Studierenden die Möglichkeit, mit der Referentin ins Gespräch zu kommen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Vera Angelova, Prof. Dr. Patrik Buchmüller und Prof. Dr. Wolfgang Habla. Die DHBW Villingen-Schwenningen bedankt sich herzlich bei Verena Bentele für den sehr engagierten und fundierten Einblick in die Arbeit des VdK sowie die aktuellen Herausforderungen der sozialen Sicherungssysteme.

Verena Bentele ist Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland und zwölfmalige Paralympics-Siegerin im Biathlon und Langlauf. Foto: Susie Knoll