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Dohuk: Internationale Konferenz zu psychosozialen, psychotherapeutischen und psychotraumatologischen Methoden

Professor Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan organisiert gemeinsam mit Dr. Mamou Farhan Othman die internationale Konferenz in Dohuk „East meets West“

Vom 23.06. bis 24.06.2019 findet in Dohuk, Nordirak, eine internationale Konferenz statt, auf der sich Expertinnen und Experten aus dem Nahen Osten und Europa, den USA und Afrika über Methoden der Psychotherapie und Psychotraumatherapie sowie psychosoziale Ansätze austauschen. Organisiert wird die Konferenz vom Institute for Psychotherapy and Psychotraumatology der Universität Dohuk. Prof. Kizilhan ist Dekan des Instituts an der Universität Dohuk und lehrt gleichzeitig als Leiter des Institute for Transcultural Health Science an der DHBW Villingen-Schwenningen. „Es ist die zweite internationale Konferenz, die wir organisieren, damit sich Experten des Iraks und anderer Weltregionen über verschiedenen Formen von Trauma, etwa transgenerationale, kollektive und internationale und individuelle Traumata austauschen. Gleichzeitig wissen wir, dass viele Kulturen ein anderes Verständnis von Krankheit und Gesundheit besitzen; wir wollen wissen, ob die unterschiedlichen Behandlungsmethoden, die in der westlichen Welt entwickelt wurden auch in anderen Kulturen helfen oder welche regionale Besonderheiten bei der Unterstützung zu berücksichtigen sind.“

Das Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie der Universität Dohuk, die Internationale Vereinigung Razi für Medizin und Psychotherapie sowie der Zivile Friedensdienst der Deutschen Internationalen Zusammenarbeit (GIZ) wollen mit dieser Konferenz führende Wissenschaftler, Forscher und Praktiker vernetzten. „Vom Erfahrungsaustausch können alle Beteiligten profitieren. Besonders spannend wird es sein, unterschiedliche Herangehensweisen, Behandlungsansätze und Methoden der psychosozialen Therapie und der Traumatherapie des Nahen Ostens und des Westens gemeinsam zu diskutieren“, so Kizilhan.

Das Institut an der Universität Dohuk hat im März 2017 seinen Studienbetrieb aufgenommen. Maßgeblich beteiligt am Aufbau des Instituts ist Kizilhan in Kooperation mit der Universität Tübingen. Ziel ist es, Therapeutinnen und Therapeuten im Rahmen eines von den Projektpartnern neu konzipierten Masterstudiengangs (Master of Arts in Psychotherapy and Psychotraumatology) auszubilden. Teil der Ausbildung ist ein „Train the Trainer-Konzept“. Langfristig soll mit dem Institut und der Qualifizierung von Fachkräften im Irak eine verbesserte Versorgung traumatisierter Geflüchteter in Kliniken, Betreuungseinrichtungen und in den Camps des Landes erreicht werden.

Schwerpunkte der Konferenz im Juni sind u.a. psychische Störungen und deren Behandlung, Traumta nach Völkermord und Massengewalt, Massentrauma, Prävention von kollektiver Gewalt, Versöhnung und Wiedergutmachung, Trauma bei Kindern und ethnischen / religiösen Minderheiten.

Weitere Informationen:

Institute for Psychotherapy and Psychotraumatology (IPP)

Anm. der Redaktion: Dohuk, auch دھۆک Dihok oder Duhok; arabisch دهوك , ist die Hauptstadt des Gouvernements Dahuk, Irak.

Institut für Psychotherapie und Psychotraumatologie der Universität Dohuk (Bild: DHBW Villingen-Schwenningen)