Internationale Fachkonferenz, Lehre im Master- und Promotionsstudium und wissenschaftlicher Austausch: Prof. Dr. Jens Heiling von der DHBW Villingen-Schwenningen verbrachte Ende September bis Anfang Oktober 2026 einen abwechslungsreichen Auslandsaufenthalt an der Universität Udine in Norditalien. Im Rahmen einer Erasmus+-Dozentenmobilität vertrat er die DHBW bei einer hochkarätig besetzten internationalen Veranstaltung und brachte seine Expertise in das Lehrangebot der italienischen Gastuniversität ein.
Internationaler PULSAR-Workshop als Höhepunkt
Ein besonderer Höhepunkt des Aufenthalts war die Mitwirkung am 13. internationalen PULSAR-Workshop, der vom 29. September bis zum 1. Oktober 2026 an der Universität Udine stattfand. PULSAR ist ein Programm der Weltbank, das die Weiterentwicklung der öffentlichen Rechnungslegung und Finanzberichterstattung insbesondere in Europa und Zentralasien unterstützt. Unter dem Titel „Digital & AI-Driven Solutions for Financial and Sustainability Reporting“ diskutierten internationale Fachleute aus Wissenschaft, Ministerien, internationalen Organisationen und der Praxis über die Zukunft des öffentlichen Finanzmanagements.
Professor Heiling war gleich zu Beginn der Veranstaltung als Referent im prominent besetzten Auftaktpanel vertreten, das unmittelbar auf die Keynote folgte. Gemeinsam mit Experten der Weltbank und des georgischen Finanzministeriums diskutierte er die Bedeutung der digitalen Transformation für das öffentliche Rechnungswesen. In seinem Vortrag beleuchtete er insbesondere die Rolle integrierter Finanzmanagementsysteme bei der Erstellung konsolidierter staatlicher Abschlüsse und die neuen fachlichen und digitalen Kompetenzen, die Beschäftigte im öffentlichen Rechnungswesen künftig benötigen.
Auch über seinen Vortrag hinaus war er aktiv in die Veranstaltung eingebunden: Er gehörte dem internationalen wissenschaftlichen Komitee des Workshops an. Die Gespräche mit den Fachexperten von internationalen Standardsetzern, Finanzministerien, Weltbank, Professoren und Beratern boten Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen im Bereich der internationaler Rechnungslegungsstandards und gemeinsame Forschungsthemen zu vertiefen.
Lehre im Master- und Promotionsstudium
Bereits am Samstag, dem 26. September, stand eine Lehrveranstaltung im Masterprogramm „Dirigere e governare le istituzioni pubbliche“ auf dem Programm. Unter dem Titel „Financial and Sustainability Reporting in the Public Sector: External Accountability and Internal Steering“ beschäftigte sich Professor Heiling mit der Frage, wie öffentliche Einrichtungen Nachhaltigkeitsziele systematisch in ihre Unternehmenssteuerung integrieren können. Anhand eines Praxisbeispiels aus der deutschen Wasserwirtschaft erarbeiteten die Teilnehmenden Ansätze für eine Sustainability Balanced Scorecard. Der interaktive Austausch verband aktuelle wissenschaftliche Konzepte mit konkreten Herausforderungen des öffentlichen Managements.
Zum Abschluss seines Aufenthalts gestaltete er am 1. Oktober ein englischsprachiges Seminar im gemeinsamen Promotionsprogramm „Accounting and Management“ der Universitäten Verona und Udine. Das international ausgerichtete Programm, das von der Universität Verona koordiniert wird, legt besonderen Wert auf aktuelle Forschungsfragen und wissenschaftliche Methoden im Rechnungswesen und Management. In seinem Seminar „IPSAS and IFRS in a Comparative Perspective: Frameworks, Standards, and Evidence“ beleuchtete Professor Heiling Gemeinsamkeiten und Unterschiede internationaler Rechnungslegungsstandards für Unternehmen und den öffentlichen Sektor. Darüber hinaus diskutierte er mit den Promovierenden aktuelle Entwicklungen der staatlichen Rechnungslegung in Europa und sich daraus ergebende Forschungsfragen.
Italienische Gastfreundschaft und neue Perspektiven
Neben dem anspruchsvollen fachlichen Programm hinterließ auch die Universität Udine einen bleibenden positiven Eindruck. Die engagierte Betreuung durch die italienischen Kolleginnen und Kollegen, die offene Atmosphäre und die vielfältigen Möglichkeiten zum internationalen Austausch machten den Aufenthalt besonders bereichernd.
Auch die Stadt selbst bot ideale Rahmenbedingungen: Mit ihrer historischen Altstadt, den einladenden Plätzen, der italienischen Kaffee- und Esskultur und ihrer Lage im nordostitalienischen Friaul-Julisch Venetien verbindet Udine auf besondere Weise Wissenschaft, Kultur und italienische Lebensart.

„Besonders beeindruckt haben mich die große Gastfreundschaft und die offene, kollegiale Atmosphäre an der Universität Udine“, resümiert Professor Heiling. „Der Aufenthalt hat einmal mehr gezeigt, wie bereichernd der internationale Austausch für Lehre und Forschung ist. Gerade die persönlichen Begegnungen mit Wissenschaftlern und Experten aus unterschiedlichen Ländern eröffnen neue Perspektiven und schaffen wertvolle Verbindungen, von denen letztlich auch unsere Studierenden an der DHBW profitieren.“
Der Besuch in Udine unterstreicht damit die Bedeutung internationaler Hochschulkooperationen für die DHBW Villingen-Schwenningen. Die vielfältigen fachlichen Kontakte und der intensive Austausch mit der italienischen Gastuniversität bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit in Lehre und Forschung.