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Bachelorarbeit meistern: Erfahrungen und Strategien aus der Praxis

Spaß beim wissenschaftlichen Arbeiten – kann der entstehen, wenn es um die eigene Bachelorarbeit geht? Dass das durchaus möglich ist, bewiesen die Bachelor-Absolventen Tom Merz, Nepomuk Lorenz, Jens Fischer und Anna Michler beim Campus-Abend „Mit Spaß zur Bachelorarbeit“, organisiert von Prof. Dr. Clemens Wangler und Prof. Dr. Jens Heiling.

Absolvent*innen des Jahrgangs 2022 präsentierten ihre Arbeiten aus den Bereichen Steuerrecht, Wirtschaftsprüfung und Nachhaltigkeit und berichteten aus erster Hand über ihre Erfahrungen. Die Teilnehmenden erhielten dabei nicht nur Einblicke in die Themenwahl, sondern auch in den gesamten Arbeitsprozess bis hin zum erfolgreichen Abschluss.

Eine klare Richtung entwickeln

„Es gibt nicht den einen perfekten Weg“, erklärte Anna Michler. Thema und Fragestellung ihrer Arbeit seien in einem Prozess entstanden – und das brauche Zeit: „Vor allem: Suchen Sie nach einem Thema, das Sie interessiert“, riet sie den zahlreichen Zuhörer*innen. Entscheidend sei es, eine klare Richtung zu entwickeln und den Fokus anschließend einzugrenzen. „Ich möchte Ihnen mitgeben, dass Sie früh anfangen, in kleinen Schritten arbeiten und sich realistische Ziele setzen. Und nutzen Sie aktiv die Betreuung“, so Michler.

Nepomuk Lorenz empfahl, das Konzept der Dualen Hochschule auch auf die Bachelorarbeit zu übertragen: „Nutzen Sie die Impulse aus der Praxis. Genau diese führen zu den relevanten Fragestellungen, die sie weiterbringen.“ Dabei müsse jedoch auch geprüft werden, ob die gewählte Methodik funktioniere – „und ob es dazu überhaupt Literatur gibt“. Sobald die erste Themenauswahl stehe, erkenne man oft, wie ungenau der erste Entwurf gewesen sei: „Es ist ein ständiger Überarbeitungsprozess und funktioniert iterativ“, erklärte Lorenz.

Zweifel sind ein Teil des Prozesses

Das Weiterschreiben falle am leichtesten, wenn ein klarer Gedanke vorhanden sei: „Das ist ein tolles Gefühl – dann macht es Spaß und es gibt Fortschritte.“ Zweifel seien jedoch ein normaler Teil des Prozesses. In solchen Momenten könne es helfen, sich Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld zu holen: „Zum Beispiel bei der Oma oder bei Freunden.“

Gegen Ende der Arbeit habe er seine ersten Kapitel noch einmal überarbeitet und vieles gestrichen, das sich im Laufe der Zeit überholt habe: „Fortschritt verläuft phasenweise“, so Lorenz. Besonders hob er auch den Wert analoger Hilfsmittel hervor: „Gehen Sie in die Bibliothek. Das ist Gold wert und absolut unterschätzt. Dort findet sich Literatur, die in der digitalen Suche oft nicht verfügbar ist.“

Gesellschaftliche Entwicklungen im Blick

Jens Fischer entschied sich für eine empirische Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit: „Wir sind Wirtschaftswissenschaftler und können gesamtgesellschaftliche Entwicklungen in den Blick nehmen.“ Er untersuchte das Mobilitätsverhalten an der DHBW Villingen-Schwenningen und analysierte dabei auch psychologische und ökonomische Einflussfaktoren auf die Wahl klimafreundlicher Verkehrsmittel. „Der Vorteil der empirischen Studie war, dass der Zeitplan klar vorgegeben war“, erklärte Fischer. Auch wenn zu Beginn vieles kompliziert erscheine, werde es „irgendwann intuitiver“. Studierende sollten daher keine Angst vor vermeintlich schwierigen Themen wie statistischer Auswertung haben.

So arbeiten, wie es am besten passt

Auch Tom Merz stellte sich die Frage: „Wie komme ich an ein gutes Thema?“ Schließlich entschied er sich für das Thema „Bilanzpolitische Maßnahmen von nach IFRS bilanzierenden Fußballklubs zur Einhaltung der Financial Sustainability-Regelungen in Bezug auf die Bilanzierung von Lizenzspielern“. Er habe zunächst nicht gewusst, wohin ihn das führen würde: „Das ist eine gute Ausgangslage. So kann man etwas Neues schaffen, statt nur Vorhandenes zu wiederholen.“

Wie Merz berichtete, begann er direkt mit dem Schreiben: „Ich brauche Fortschritt für meine Motivation. Ich fange an zu schreiben – und verwerfe dann auch wieder Teile davon.“ Das ständige Überarbeiten sei für ihn kein Problem gewesen: „Das ist nicht schlimm. Sie müssen so arbeiten, wie es für Sie am besten passt.“ Auch er empfahl, sich eng mit der betreuenden Person abzustimmen.

Prof. Dr. Clemens Wangler (von links), Fabian Walter, Nepomuk Lorenz, Anna Michler, Jens Fischer und Tom Merz. Foto: DHBW VS