Wie begegnet eine Gesellschaft Menschen in existenziellen Notlagen? Und welchen Beitrag kann Soziale Arbeit leisten, wenn Menschen von Wohnungslosigkeit, Drogenabhängigkeit, Zwangsheirat oder Ausbeutung betroffen sind? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Studierende des Studiengangs Soziale Arbeit im Gesundheitswesen der DHBW Villingen-Schwenningen bei einer dreitägigen Exkursion nach Amsterdam und Den Haag.
Begleitet von Studiengangsleiterin Prof. in Dr. in Martina Wanner, Prorektorin und Dekanin der Fakultät Sozialwesen, erhielten die Studierenden Einblicke in unterschiedliche Arbeitsfelder und Unterstützungsangebote für Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen.
Den Auftakt bildete der Besuch des Anne-Frank-Hauses. Die historische Gedenkstätte bot einen eindrücklichen Zugang zu den Themen Verfolgung, Ausgrenzung und gesellschaftliche Verantwortung.
An den folgenden Tagen standen verschiedene Formen existenzieller Notlagen im Mittelpunkt. Im Amsterdam Center for Sex Workers lernten die Studierenden niedrigschwellige soziale und medizinische Hilfsangebote für Sexarbeiter*innen kennen – von Beratung und Gesundheitsversorgung bis hin zu Bildungs- und Ausstiegshilfen. In Den Haag besuchten sie das Zentrum für Zwangsheirat und Verschleppung, das Betroffene, Angehörige und Fachkräfte berät und unterstützt.
Stadtführung aus der Perspektive Wohnungsloser
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Drogenkonsum und Wohnungslosigkeit. Bei der De Regenboog Group erfuhren die Studierenden, wie niedrigschwellige Hilfen von Konsumräumen und Notunterkünften bis hin zu sozialer Beratung und Ausstiegshilfen funktionieren. Eine besondere Perspektive eröffnete die Stadtführung Amsterdam Underground, bei der die Stadt aus der Sicht von Menschen mit eigenen Erfahrungen von Wohnungslosigkeit betrachtet wurde.
Auch das gemeinsame Essen im Café Dignita fügte sich inhaltlich in die Exkursion ein. Das Sozialunternehmen investiert seine Gewinne vollständig in Ausbildungsprogramme für Menschen, die Ausbeutung erfahren haben, und zeigte damit, wie soziale Verantwortung und unternehmerisches Handeln verbunden werden können. Für den Studiengang bot die Exkursion die Möglichkeit, theoretische Inhalte unmittelbar mit der Praxis zu verknüpfen und unterschiedliche Ansätze Sozialer Arbeit kennenzulernen. Besonders deutlich wurde dabei die Bedeutung niedrigschwelliger Angebote und einer konsequenten Orientierung an den Lebenslagen und Perspektiven der Betroffenen.
Die Exkursion machte eindrucksvoll deutlich, wie vielfältig die Arbeitsfelder Sozialer Arbeit sind – und wie wichtig es ist, Menschen in existenziellen Notlagen mit fachlicher Kompetenz, Offenheit und auf Augenhöhe zu begegnen.