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Prävention von (sexualisierter) Gewalt im Kontext Flucht

Vorträge der Professorinnen Dr. Karin E. Sauer, Dr. Anja Teubert und Professor Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan prägten neben lebendigen Fachdiskussionen in verschiedenen Workshops den Fachtag der Fakultät Sozialwesen


v.li.: Prof. Dr. Karin E. Sauer, Prof. Dr. Anja Teubert, Rektor Prof. Dr. Ulrich Kotthaus und Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan

Zu Beginn ging Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan auf häusliche Gewalt im Kontext Flucht ein, die er einerseits in Beziehung mit Vergleichsdaten verschiedener Länder setzte, andererseits auch mit weiteren Formen von Gewalt kontrastierte. Dabei hob er besonders die Tatsache hervor, dass alle Menschen fähig zu Gewalt seien und dass diese vor allem dann gesellschaftlich toleriert werde, wenn sie politisch oder kulturell legitimiert sei.

Prof. Dr. Karin E. Sauer leistete in ihrem Vortrag am Beispiel einer von Abschiebung bedrohten Familie einen Theorie-Praxis-Transfer, der gesellschaftliche, soziale und persönliche Machtverhältnisse in den Blick nahm und Fragen nach professionellen Handlungsmöglichkeiten aufwarf.

Prof. Dr. Anja Teubert ging daraufhin auf konkrete Varianten von Prävention bei sexueller und häuslicher Gewalt ein. Sie betonte dabei die Notwendigkeit, das Thema nicht auf Opfer von Gewalt bzw. Geflüchtete zu reduzieren, sondern vielmehr eine Vernetzung aller Personen im Sozialraum zu schaffen, die sich gemeinsam für ‚sichere Orte‘ und ein friedliches Zusammenleben einsetzen.

In den Workshops führten die Teilnehmenden jeweils lebendige Fachdiskussionen zu Gewaltprävention mit Ehrenamtlichen im Projekt ‚MiMi – Männer & Frauen‘ (Claudia Klett und Andreas Sauter), zum Thema ‚Diskriminierungsverhältnisse erkennen und benennen‘ (Prof. Dr. Karin E. Sauer), zu ‚professioneller Netzwerkarbeit‘ (Prof. Dr. Süleyman Gögercin) und zu ‚professionellem Handeln in der Sozialen Arbeit mit Geflüchteten unter migrationsgesellschaftlichen Machtverhältnissen‘ (Prof. Dr. Barbara Schramkowski). Im Abschlussplenum wurde die Bilanz gezogen, dass bereits einige Schritte in Richtung differenz- und diskriminierungssensibler Arbeit zurückgelegt wurden, aber weitere Bewegung in diese Richtung notwendig ist, etwa durch empirische Studien zum Thema Gewalt, um die Handlungsbedarfe für politische Entscheidungen zu untermauern. Auch sind Konkretisierungen der bisherigen Konzepte zu Gewaltprävention notwendig, die unter anderem in Fortbildungen münden sollten, wie z.B. ‚Prozessmanager/-in in Migration und Flucht – Ankommen, Aufnehmen, Integrieren‘, die von den Veranstaltenden des Fachtags konzipiert wurde und über das Center for Advanced Studies (CAS) der DHBW ab Juni 2018 am Standort Villingen-Schwenningen angeboten wird.