Familienfreundliche Region
Familienorientierung, ein Standortfaktor für die Region, lautete das Thema der neunten Regiokonferenz, die gestern an der Dualen Hochschule stattfand. Die Veranstaltung stand im Zeichen der Initiative „Schritt für Schritt ins Kinderland“. Veranstalter waren die Industrie- und Handelskammer sowie die Familienforschung im Statistischen Landesamt.
Nicht die Proklamation Baden-Württembergs zum Kinderland ist für Rektor Ulrich Sommer ausschlaggebend, damit im Land künftig mehr Kinder geboren werden. Vielmehr müsste die Beschäftigungsreserve Frau, und dazu zählen allein 1,5 Millionen Mütter, entdeckt werden. Ganztagsschulen mit guter Verpflegung sind aus Sicht von Ulrich Sommer eine wichtige Komponente im Bemühen um Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Anhand von Praxisbeispielen aus den Bereichen der kommunalen und betrieblichen Kinder- und Familienpolitik erhielten rund 140 Teilnehmer, darunter Unternehmer, Bürgermeister und Vertreter von Bildungseinrichtungen und anderen Institutionen, einen umfassenden Überblick geboten.
IHK-Vizepräsidentin Bettina Schuler-Kargoll sprach aus eigener Erfahrung, als sie erzählte, dass eine berufstätige Mama vor 20 Jahren noch als „Rabenmutter“ galt. Zum Glück habe sich das Famiienbild inzwischen verändert. Viele Unternehmen seien familienfreundlich. Einen Handlungsbedarf sieht sie noch bei den Kommunen.
Ministerialrätin Maria Diop, die in Vertretung von Sozialministerin Katrin Altpeter gekommen war, berichtete von Fortschritten in der Kleinkinderbetreuung, Sprachförderung und Jugendsozialarbeit, für die die Landesregierung zusätzliche Mittel zur Verfügung stelle.
Für eine noch bessere Kinderbetreuung sprach sich Christiane Flüter-Hoffmann vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln aus. Aus ihrer Sicht ist es eine "wirtschaftliche Verschwendung", wenn Müttern mit Wunsch zu einer Berufstätigkeit nicht geholfen werde.
Bei der folgenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass auf dem Weg ins „Kinderland“ schon einige Schritte zurückgelegt wurden. Landrat Karl Heim betonte, wie gut der Betriebskindergarten des Landratsamtes angenommen werde. Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß berichtete, dass in seiner Stadt der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kleinkinder voll gedeckt werde. Norbert Feldhaus, Leiter Personal- und Sozialwesen der Tuttlinger Aesculap AG, verwies auf einen ganzen Strauß familiengerechter Angebote des Unternehmens.
Am Nachmittag fand die Konferenz ihre Fortsetzung in verschiedenen Workshops.








